Die Bombe ist geplatzt: Giampiero Lambiase verlässt Red Bull. Max Verstappens Renningenieur, Vertrauter und großer Formel-1-Bruder kehrt dem Rennstall aus Milton Keynes spätestens Ende 2027 den Rücken, wenn sein Vertrag ohnehin ausläuft. Das hat Red Bull mittlerweile offiziell bestätigt.

Der britische Techniker wechselt zu McLaren in eine Führungsrolle an der Seite von Teamchef Andrea Stella und schlägt damit auch Angebote anderer Teams wie Aston Martin aus. Während Red Bull damit weiter auseinanderbricht, bekommt das britische Traditionsteam wichtige Verstärkung in Form eines Chief Racing Officers.

Die Zukunft von Max Verstappen scheint offener als je zuvor
Die Zukunft von Max Verstappen scheint offener als je zuvor Die Zukunft von Max Verstappen scheint offener als je zuvor © IMAGO/DeFodi Images

Die Position, die McLaren-Teamchef Stella derzeit noch in Personalunion ausübt, wird demnach auf zwei Schultern verteilt. Und: Entgegen anderslautender Gerüchte bereitet McLaren so auch keine Abwanderung Stellas zu seinem Ex-Team Ferrari vor.

Im Gegenteil: Der Italiener hat einen langfristigen Vertrag in Woking und weiß auch, dass er bei einer Rückkehr zur Scuderia ein weniger stabiles Umfeld vorfinden würde.

Verstappen deutete bereits Formel-1-Aus an

Doch die viel spannendere Personalie, die mit der Jobrotation Lambiases einhergeht, ist die von Max Verstappen. Zur Erinnerung: Der viermalige Champion hatte bereits im Vorjahr einen Abgang seines Renningenieurs mit den Worten verhindert: „Wenn er aufhört, tue ich das auch.“

Spätestens jetzt dürfte klar sein: Der Niederländer hat keine Zukunft bei Red Bull. Nach dem Abschied von Chefberater Helmut Marko und Superhirn Adrian Newey wird immer klarer, dass eine Ära für das Formel-1-Engagement des österreichischen Energy-Drink-Herstellers zu Ende geht.

Das Chassis ist schon jetzt nur noch fürs Mittelfeld gut. Allein der in Kooperation mit Ford entstandene Hybridantrieb kann das derzeit noch in Teilen kaschieren.

Klausel ermöglicht Verstappen-Abgang

Nach SPORT1-Informationen kann Verstappen das Team trotz Vertrags bis 2028 bereits Ende dieses Jahres verlassen. Grund ist eine Ausstiegsklausel, die greift, wenn er zur Sommerpause nicht mindestens Dritter in der WM ist. Das wird selbst der fliegende Holländer kaum noch schaffen.

Bleibt die Frage: Was macht Verstappen? Die Alternativen liegen auf der Hand: Entweder er nimmt ein Jahr Auszeit von der ihm derzeit so verhassten neuen Formel 1. Oder er sucht sein Glück direkt bei einem anderen Top-Team.

Während Mercedes mit Kimi Antonelli als neuem Wunderknaben sein Glück teamintern gefunden zu haben scheint, drängt sich der Gedanke an Ferrari auf – und nun aber auch der an McLaren.

Dort wird Lambiase sicher seinen neuen Einfluss geltend machen und die Teamführung zu Verstappen und damit dem besten Fahrer der aktuellen Generation raten. Dazu kommt: CEO Zak Brown hatte seine Fühler schon einmal in Richtung des Ex-Champions ausgestreckt. Mit dem Mercedes-Motor hat das Team zudem den derzeit stärksten Antrieb im Heck.

Fest steht: Entschieden ist noch nichts. Die Ankündigung des Lambiase-Wechsels setzt aber eine Kettenreaktion in Gang, an deren Ende ein geschwächtes Red Bull und ein möglicherweise um ein Vielfaches gestärktes McLaren stehen dürften.

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