Der FC Bayern surft seit Monaten auf der Erfolgswelle, doch Sportvorstand Max Eberl muss sich immer wieder auch kritische Töne anhören. Wie er selbst nun erklärte, stand seine Ankunft in München nicht unter dem besten Stern.

„Ich kam nach München und hatte mit der Trainersuche sofort wie so einen Stempel, ich wurde sehr kritisch beäugt, nachdem die Trainersuche vielleicht nicht ganz rund gelaufen ist“, erzählte Eberl im Aktuellen Sportstudio des ZDF.

Max Eberl spricht über die schwierigen Anfänge beim FC Bayern
Max Eberl spricht über die schwierigen Anfänge beim FC BayernMax Eberl spricht über die schwierigen Anfänge beim FC Bayern© IMAGO/Team 2

Nicht nur die Suche nach einem neuen Coach – bei der mit Vincent Kompany letztlich ein absoluter Glücksgriff gelang – sondern auch der vergangene Transfersommer hinterließ Spuren. „Da hieß es: ‚Okay, wenn die Transfers nicht passen, dann wackelt Eberl.‘ Ich habe permanent dieses … ich war schon unter dem Brennglas.“

Eberl wünscht sich mehr Schutz – Erinnerungen an Hoeneß-Sätze

Er habe zwar immer aus Überzeugung gehandelt, hätte sich aber über mehr Rückendeckung nicht beschwert: „Jetzt ist es schön, darauf verweisen zu können, dass man erfolgreich ist. Man hätte sich an der ein oder anderen Stelle vielleicht auch mal ein bisschen Schutz gewünscht, aber es ist kein Problem.“

Von wem genau dieser Schutz hätte kommen sollen, ließ Eberl offen. Die Aussagen wecken jedoch Erinnerungen an einen denkwürdigen Auftritt von Bayern-Patron Uli Hoeneß, der im vergangenen Jahr bei einem Besuch im SPORT1 Doppelpass erklärt hatte, dass Eberl „zu empfindlich“ sei.

Angesprochen auf die Bedingungen in der Führungsebene der Münchner sagte Eberl nun: „Bayern München wurde natürlich groß gemacht durch Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Franz Beckenbauer. Die sind FC Bayern München in Person. Dann kommen Christoph Freund und ich oder ein Trainer wie Vincent Kompany dazu. Und dann wirken natürlich Kräfte.“

Eberl erklärt Lernprozess bei Bayern

Man könne sich auf die Wucht des Rekordmeisters nicht vorbereiten, aber man könne seinen Job bei Bayern lernen: „Das Drumherum, was bei Bayern natürlich eine Rolle spielt, die Öffentlichkeit. Natürlich versucht man, den einen gegen den anderen vielleicht auch mal auszuspielen. Das ist das, was man lernen musste.“

Letztlich gehe es ihm einfach nur darum, seinen Job zu machen: „Ich bin kein ‚Everybody’s Darling‘, der in der Sonne stehen möchte.“