Lewis Hamilton stellt sich schützend vor das neue Formel-1-Reglement. Während Max Verstappen die 2026er-Autos als „Formel E auf Steroiden“ verurteilt hat, sprach der Ferrari-Pilot von „genau dem, was Racing sein sollte“.

Verstappen hatte in China kein Blatt vor den Mund genommen. Das starke Energiemanagement mit viel Lift-and-Coast sei „schrecklich“, es fühle sich an wie „Mario Kart“. „Wenn das jemand mag, weiß er nicht, worum es im Racing geht“, polterte der Red-Bull-Star.

Hamilton hielt nun dagegen – und verwies auch auf die veränderte Hackordnung. Red Bull hat im neuen Reglement an Boden verloren, Ferrari ist näher dran. „Wenn man zum Kartfahren zurückgeht, ist es genau das Gleiche: Es geht hin und her, hin und her“, erklärte der siebenmalige Weltmeister. Niemand habe Kartsport je als „Jo-Jo-Racing“ bezeichnet – dabei sei es „die beste Form des Rennsports“.

Mehr Zweikämpfe, mehr Führungswechsel

Tatsächlich sorgen die neuen Power-Units mit einem 50:50-Anteil zwischen Verbrenner und E-Antrieb für deutlich mehr strategische Komponenten. Überholmanöver entstehen häufig durch den gezielten Einsatz des Overtake-Modus. Weil die Autos in schnellen Kurven besser folgen können, bleiben die Duelle länger bestehen.

„Das ist das meiste Überholen und der beste Kampf, den ich vielleicht seit Bahrain mit Nico hatte“, sagte Hamilton mit Blick auf das legendäre Duell gegen Rosberg. „So sollte Racing sein – nicht ein Manöver und das war’s.“

Ganz ohne Kritik blieb aber auch er nicht. Die Leistungsentfaltung beim Deployment gefalle ihm „überhaupt nicht“, ebenso wenig der Straight Mode mit aktiver Aerodynamik. „Aber insgesamt ist es aufregend für den Sport“, meinte der Ferrari-Pilot.

FIA reagiert vor Suzuka

Vor dem Japan-GP in Suzuka hat der Weltverband nun eingegriffen. Um extremes Energiesparen im Qualifying zu verhindern, wird die maximal erlaubte Energierückgewinnung pro Runde von 9,0 auf 8,0 Megajoule reduziert. Die Anpassung erfolgt laut FIA auf Wunsch von Fahrern und Teams, um fliegende Runden wieder stärker zur Performance-Prüfung zu machen.

Suzuka mit seinen schnellen Kurven galt im Vorfeld als besonders sensibel für übermäßiges Lift-and-Coast. Hamilton begrüßt die Änderung: „Wir hätten sonst extrem viel lupfen müssen – das macht auf einer Qualifying-Runde keinen Spaß.“

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