Die deutsche Schach-Großmeisterin Elisabeth Pähtz hat den Wert der Weltmeisterschaft ohne die Teilnahme von Magnus Carlsen infrage gestellt. „Es ist objektiv gesehen kein Duell der besten Spieler mehr“, sagte die 39-Jährige dem Nachrichtenportal web.de.

Carlsen, Weltmeister von 2013 bis 2023, war im vergangenen Jahr nicht zu seiner Titelverteidigung angetreten. Nach Einschätzung von Pähtz hat der 33-Jährige „keine Lust mehr, sich bei einem WM-Kampf über Monate lang auf einen Gegner vorzubereiten“. Pähtz glaubt, „dass er sogar bereit wäre, zurückzukehren, wenn man Schnell- und Blitzschach mehr in die WM einbezieht“.

Magnus Carlsen traf erneut auf seinen Erzrivalen
Magnus Carlsen traf erneut auf seinen ErzrivalenMagnus Carlsen traf erneut auf seinen Erzrivalen

Schach-WM: Carlsen legte Titel 2023 nieder

Aktuell spielen Titelverteidiger Ding Liren aus China und der 18 Jahre alte Inder Dommaraju Gukesh in Singapur um die Schach-Krone. Ding hatte am Montag die erste Partie etwas überraschend für sich entschieden, nachdem er im Vorfeld von Depressionen und Schlafstörungen berichtet hatte.

Carlsen war von 2013 bis 2023 Weltmeister und unumstrittenes Aushängeschild der Szene, 2023 legte er seinen Titel allerdings von sich aus nieder, mit der Begründung, dass ihn der Titel „nicht mehr motiviere“.

Ein Jahr zuvor hatte Carlsen die Schach-Welt durch seine Auseinandersetzung mit dem jungen US-Großmeister Hans Niemann erschüttert, dem er schwere Betrugsvorwürfe machte – und sich dafür seinerseits Kritik von Schach-Legende Garri Kasparow einhandelte, der die Anschuldigungen unbelegt und „inakzeptabel“ nannte.

Niemann verklagte Carlsen auf 100 Millionen Dollar Schadenersatz, was allerdings abgewiesen wurde. Im vergangenen Jahre legte Carlsen seinen Streit mit Niemann bei und erklärte sich wieder bereit, gegen ihn anzutreten.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)