Der deutsche Sprint-Star Owen Ansah hat nach seinem Finaleinzug über 200 Meter bei der EM in Birmingham ein ZDF-Interview fluchtartig verlassen. Thema zum Zeitpunkt des Abbruchs: der womöglich verweigerte Doping-Test des 25-Jährigen im vergangenen Juli.

„Können wir super gerne morgen drüber sprechen“, murmelte Ansah, während er sich wegdrehte.

Owen Ansah bei der Leichtathletik-EM in Birmingham
Owen Ansah bei der Leichtathletik-EM in BirminghamOwen Ansah bei der Leichtathletik-EM in Birmingham© IMAGO/GEPA pictures

ZDF-Moderatorin Maral Bazargani hatte das Doping-Thema nur kurz angerissen, war nicht einmal in der Lage, eine Frage zu formulieren, als Ansah sich bereits verabschiedete.

Owen Ansah weicht aus

„Es ist also nicht in deinem Kopf?“, hakte Bazargani noch einmal nach, worauf Ansah lächelnd den Kopf schüttelte und endgültig aus dem Kamerabild verschwand.

Wenige Minuten zuvor hatte der Top-Sprinter sein Halbfinale in 20,04 Sekunden gewonnen und war nur zwei Hundertstel über dem deutschen Rekord geblieben. Der Final-Showdown findet am Freitag statt.

Zur Erinnerung: Dem schnellsten deutschen Sprinter droht eine Vier-Jahres-Sperre wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Richtlinien. So soll Ansah vor einem Diamond-League-Meeting in Monaco, zu dem er kurzfristig berufen wurde, Anfang Juli eilig zum Flughafen aufgebrochen sein, als ein Doping-Kontrolleur eine Urinprobe von ihm nehmen wollte.

Diese wurde letztlich nicht durchgeführt, Ansah droht den Richtlinien der deutsche Anti-Doping-Agentur NADA zufolge eine Sperre von bis zu vier Jahren.