Das deutsche 200-Meter-Trio der Frauen hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham den Einzug ins Finale klar verpasst. Als beste DLV-Starterin fehlten Sophia Junk (LG Rhein-Wied) im Halbfinale mit 23,22 Sekunden 45 Hundertstel zum Einzug ins Medaillenrennen am Donnerstag (22.50 Uhr MESZ/ZDF).
„Das ist keine Zeit, die ich laufen sollte“, konstatierte die 27-Jährige anschließend in der ARD in einem bemerkenswert offenen Interview bei Reporter Claus Lufen und Experte Frank Busemann: „Nicht beim Saison-Höhepunkt. Ich hatte – sorry, es so zu sagen – ein beschissenes Jahr.“
Weiter führte die in Frankfurt am Main beheimatete Junk aus: „Die letzten zwei Wochen liefen wirklich nicht gut im Training. Nach einem schwierigen Jahr ist es ein weiterer Dämpfer. Dass ich hier heute überhaupt über die Ziellinie gekommen bin, bedeutet mir schon sehr viel.“
Junk erinnert an WM-Leistung
Noch im vergangenen Jahr war Junk mit 22,71 Sekunden im WM-Halbfinale rund eine halbe Sekunde schneller unterwegs gewesen. „Da hat man einfach ganz andere Chancen hier vielleicht auch im EM-Finale zu stehen. Vielleicht muss ich noch weitere Rennen verlieren, um das nächste zu gewinnen“, analysierte die Sprinterin.
U20-Europameisterin Judith Mokobe lag bei ihrem EM-Debüt derweil zwei Hundertstel hinter Junk. Talea Prepens schied als Sechste ihres Laufs in 23,32 Sekunden aus.
Schnellste im Halbfinale war 100-m-Europameisterin Amy Hunt in 22,37 Sekunden, Ex-Weltmeisterin Dina Asher-Smith (beide Großbritannien) lag auf Rang vier (22,49).
Leichtathletik-EM: Sprintet Junk auch in der Staffel?
Am Samstag (13:40 Uhr MESZ/ZDF) folgt mit dem Vorlauf über die 4×100 Meter der nächste Wettbewerb der Sprinterinnen – mit Junk für Deutschland?
„Ich bin ein großer Fan davon, dass am Ende des Tages die vier Schnellsten laufen“, gab Junk an: „Dass ich natürlich mit Becky (Rebecca Haase, Anm. d. Red.) und Gina (Gina Lückenkemper; Anm. d. Red.) eingespielt bin durch die letzten Jahre, das ist klar.“
Eine Vorentscheidung der Staffelaufstellung sei das jedoch keineswegs: „Wir haben hier eine ganz, ganz talentierte Nachwuchsathletin und dann schauen wir einfach mal, wer am Samstag auf der Bahn steht. Ich bin für alles offen, halte mich auf jeden Fall bereit und dann schauen wir einfach.“
Mit Sport-Informationsdienst (SID)