Julian Weber (Mainz) hat zum zweiten Mal nach 2022 EM-Gold im Speerwurf gewonnen. Der 31-Jährige setzte sich in Birmingham nach einer starken Vorstellung mit 90,40 Metern deutlich vor seinem Teamkollegen Nick Thumm (83,76/Stuttgart) durch.
Das Duo sorgte für die Medaillen 13 und 14 bei den Titelkämpfen für die deutsche Mannschaft. Bronze ging an den Letten Patriks Gailums (82,97). Weber war nach fünf Versuchen noch auf Rang zwei, nur fünf Zentimeter hinter Thumm, gelegen – sein sechster Versuch, beinahe sieben Meter weiter als die gesamte Konkurrenz, krönte ihn jedoch zum Champion.
„Ich wollte einfach zeigen, dass ich ein mentales Biest bin. Ich bin so froh, dass das geklappt hat. Ich bin so unfassbar froh“, sagte Weber im ZDF: „Ich weiß nicht, was ich vorher gemacht habe. Es war unfassbar schwierig. Im letzten Versuch hab ich es endlich geschafft, meinen Rhythmus zu finden. Das hat es gebraucht.“
Doch auch Talent Thumm konnte über seine erste Medaille bei Kontinentalmeisterschaften mehr als zufrieden sein. Weshalb er jedoch am Ende nicht mehr kontern konnte? „Ich hatte so Krämpfe in den Waden und das hat man auch im sechsten Versuch gesehen. Ich konnte nicht mehr anlaufen, ging nichts mehr“, resümierte der 21-Jährige.
Leichtathletik-EM: Weber stürzt deutsches Juwel spät
Mit seinem Goldwurf krönte Weber einen Sommer, der für ihn zunächst überhaupt nicht gut begonnen hatte. Nach einigen gesundheitlichen Problemen konnte der Sportsoldat lange gar nicht richtig werfen und legte erst Mitte Juli los – dann aber gleich richtig.
Mit seinen starken 87,04 Metern von Luzern katapultierte er sich dann sofort an die Spitze der europäischen Jahresbestenliste.
Am Samstagabend übernahm Weber im ersten Versuch mit mäßigen 83,71 Metern die Führung, dann drehte Youngster Thumm mit einer neuen persönlichen Bestleistung mächtig auf. Der verdrängte Weber im fünften Versuch zunächst von der Spitze, doch der Altmeister konnte noch einmal kontern.
Röhler in Qualifikation ausgeschieden
Weber war schon oft als Favorit zu einer großen Meisterschaft gefahren. Für eine Medaille reichte es dann aber häufig nicht, so auch im Vorjahr bei der WM in Tokio. Doch diesmal behielt Weber die Nerven und lieferte ab.
Vier Jahre nach Gold bei der Heim-EM in München holte er sich nun seinen Titel zurück, nachdem er 2024 in Rom EM-Silber gewonnen hatte. Zudem steht für Weber privat noch ein weiteres Highlight an: Die Hochzeit mit seiner Verlobten.