Das Marathon-Rennen bei der Leichtathletik-EM hatte es richtig in sich. Während Amanal Petros auf dem unglaublich harten Kurs Gold gewann, flossen bei mehreren deutschen Läuferinnen nach dem Rennen die Tränen.

„Ich bin einfach nur überwältigt – das sind auf jeden Fall Freudentränen“, sagte Tabea Themann, die 23. wurde, in der ARD. Wenige Minuten vorher war sie nach 42,195 Kilometern mit unglaublichen 700 Höhenmetern ins Ziel gekommen.

Die deutschen Marathonläuferinnen nach der Zielankunft
Die deutschen Marathonläuferinnen nach der ZielankunftDie deutschen Marathonläuferinnen nach der Zielankunft© IMAGO/Eibner

Als ARD-Moderator Claus Lufen Themann anschließend fragte, warum sie so emotional sei, liefen die Tränen richtig: „Dass ich hier sein durfte, dass ich an den Start gekommen bin und es so gut lief. Ich war voll im Flow und konnte hinten raus eine Läuferin nach der anderen einholen. Ich freue mich, dass ich mich die ganze Zeit einfach gut gefühlt habe.“

Leichtathletik-EM: Auch Saathoff weint

Ihrer Teamkollegin Katharina Saathoff (Platz 32) kamen ebenfalls im Interview die Tränen. „Ich bin erleichtert, dass ich durchgekommen bin und weil es eine riesengroße Ehre ist, den Bundesadler auf der Brust zu tragen“, sagte Saathoff erst noch abgeklärt – ehe sie emotional wurde: „Weil wir es einfach geschafft haben.“

Leidensgenossin Themann nahm sie anschließend in den Arm und auch Laura Hottenrott, die als beste Deutsche 16. wurde, legte ihre Arme um die beiden Teamkolleginnen.

Hottenrott zeigte sich nach dem Rennen etwas abgeklärter als ihre Kolleginnen, aber auch erleichtert: „Ich habe alles gegeben und hart gekämpft. Der Kurs ist so hart, wie man auch an den Emotionen sieht.“

Im Anschluss holte sie dann zu einem Plädoyer für sich selbst aus: „Ich bin keine Kaderathletin, habe mich aber trotzdem entschieden, hier bei der Europameisterschaft zu starten und bin jetzt beste Deutsche geworden. Ich hoffe, dass das jetzt auch wieder ein Zeichen in Richtung Kader ist.“

Bei den deutschen Marathon-Läuferinnen liefen die Tränen
Bei den deutschen Marathon-Läuferinnen liefen die TränenBei den deutschen Marathon-Läuferinnen liefen die Tränen© Screenshot ARD

Marathonläuferinnen verpassen Team-Medaille

Der harte Kurs hatte bei vielen Läuferinnen schon vor dem Start für viel Respekt gesorgt. Wie sich im Rennen zeigte, zu Recht. Fabienne Königstein, die mit Medaillen-Ambitionen an den Start gegangen war, musste aufgeben.

Für eine Team-Medaille reichte es für Deutschland übrigens nicht.

Auch wegen Königsteins Ausscheiden landeten die deutschen Marathonläuferinnen auf dem fünften Platz. Großbritannien siegte vor Italien, Spanien und Ungarn.