Armand Duplantis saß entspannt im Schatten, griff zwischendurch ein einziges Mal zum Stab und beendete dann zufrieden seinen kurzen Arbeitstag: Der Weltrekordler ist bei der Leichtathletik-EM ganz souverän ins Stabhochsprung-Finale eingezogen und zeigte sich gerüstet für eine große Flugshow am Sonntagabend (21.30 Uhr MESZ/ARD und Eurosport). Auch wenn die „Schnell-Qualifikation“ wenig über das derzeitige Leistungsvermögen des Schweden aussagte.

Duplantis, der seinen Weltrekord im Frühjahr auf 6,31 m gesteigert hatte, übersprang 5,60 m im ersten Versuch. Gefordert waren eigentlich 5,80, weil aber nur noch 13 Springer im Wettkampf verblieben waren, beendete die Jury den Durchgang vorzeitig. Neben Olympiasieger Duplantis, der zum vierten Mal in Serie EM-Gold gewinnen kann, sind auch der griechische 6,17-Springer Emmanouil Karalis und der frühere EM-Zweite Bo Kanda Lita Bähre aus Düsseldorf im Finale dabei. „Auch mit Duplantis ist alles möglich“, sagte Lita Bähre. Gillian Ladwig schied als zweiter deutscher Starter aus.

Weißenberg hat Medaille im Auge

Die deutschen Siebenkämpferinnen durften sich beim Auftakt ihres Wettkampfs über die Unterstützung des frischgebackenen Zehnkampf-Europameisters Leo Neugebauer im Stadion freuen. Nach 13,19 Sekunden über 100 m Hürden und 1,80 m im Hochsprung liegt Sophie Weißenberg als beste DLV-Starterin auf Platz drei, Vanessa Grimm als 16. und die WM-Fünfte Sandrina Sprengel als 23. liegen ein ganzes Stück zurück.

Über 1500 m lief der deutsche Rekordhalter Robert Farken als Zweiter seines Halbfinals (3:41,84) ohne Schwierigkeiten ins Finale am Samstag (22.07 Uhr). „Ich möchte ganz gerne gewinnen, das ist das große Ziel“, sagte der Leipziger in der ARD: „Ich finde immer, das ist die beste Einstellung, in ein Rennen reinzugehen, und ich hab auch kein Problem damit, das laut auszusprechen.“

Auch die deutsche Speer-Meisterin Julia Ulbricht schaffte als Zweite mit 60,86 m den Einzug in den Medaillenkampf am Sonntag (20.55), den auch Luisa Tremel mit Platz sieben (58,32) erreichte. Beide deutschen Staffel zogen in das Finale über 4×400 m ein. Die Männer mit dem Einzelfünften Jean Paul Bredau erreichten die viertbeste Zeit (3:01,07), auch die Frauen (3:26,24) rannten auf Rang vier. Die Finals werden am Sonntagabend als letzte Wettbewerbe der Titelkämpfe ausgetragen.