In eineinhalb Wochen steigt beim WWE Royal Rumble das erste große Match CM Punk nach seiner Sensations-Rückkehr zum Wrestling-Marktführer. Von Ex-Arbeitgeber AEW hat der streitbare Topstar vorher nochmal einen scharfen Seitenhieb abbekommen.

Bei der aktuellen Ausgabe der TV-Show Dynamite sendete der Konkurrent ein pikantes Interview mit den „Young Bucks“ Nick und Matt Jackson – den beiden Liga-Mitgründern, mit denen Punk einen hässlichen internen Konflikt hatte, der ein Katalysator der Ereignisse war, die zu Punks Rauswurf führten. (NEWS: Alle Neuigkeiten zu AEW)

Die Jackson-Brüder nutzten die Gelegenheit, um mit einer verdeckten Attacke eine aus ihrer Sicht wohl noch offene Rechnung zu begleichen.

Young Bucks werden Abschiedsgegner von Sting sein

Die Jacksons stehen bei AEW selbst vor einem großen Match: Beim Pay Per View Revolution Anfang März werden sie im Abschiedsmatch der Legende Sting auf den früheren Rivalen Hulk Hogans und Stings jungen Schützling Darby Allin treffen.

Im Zuge dessen scheinen die Bucks ihren Charakter neu zu definieren und einen „Heel Turn“ in die Rolle der Bösewichte hinzulegen. Die Jacksons präsentierten sich vergangene Woche in einem neuen, schmierig anmutenden Look – und stellten sich in einem Backstage-Interview mit Moderatorin Renee Paquette nun als verbittert über die Entwicklung von AEW dar.

Nebenbei bekam auf diesem Weg auch Punk sein Fett weg.

Scharfer Seitenhieb auf CM Punk

Die Bucks bestanden im Gespräch mit Paquette darauf, als „Nicholas“ und „Matthew“ angeredet zu werden. Sie seien wichtige Entscheider bei AEW und würden ihre Rolle nun wieder ernster nehmen (Tatsächlich ist ihre Macht sehr begrenzt, seit AEW-Boss Tony Khan vor vier Jahren de facto die volle Kontrolle über das Produkt an sich gezogen hat).

Die Bucks erinnerten nun daran, dass sie im Zuge der AEW-Gründung (zusammen mit Khan, Kenny Omega und dem mittlerweile ebenfalls zu WWE gewechselten Cody Rhodes) einst versprochen hätten, „die Welt zu verändern“. Sie hätten das einerseits geschafft, andererseits seien sie zuletzt von diesem Pfad abgekommen.

Die Liga und ihr Image hätten sich zum Schlechten verändert, die Umkleidekabine sei „toxisch“ geworden, seit man zu sehr auf „egoistische, oberflächliche, krebsartige Stars von gestern“ gesetzt hätte. Sting sei einer dieser gestrigen Stars und obwohl er persönlich kein Problemkind, sondern „Musterangestellter“ sei: Er stehe mit seiner Vita für eine „aussterbende Art“, für die Vergangenheit und müsse ausgesondert werden, um die Zukunft des Wrestling zu sichern.

Die vorausgehende Stichelei war eindeutig in allererster Linie auf Punk gemünzt – speziell das Wort „krebsartig“ („cancerous“) ist ein bekanntes Kennwort der zahlreich gewordenen Punk-Feinde.

Brisante Vorgeschichte

Die Bucks und Punk sind sich seit längerem in gegenseitiger Abneigung verbunden, der interne Zwist eskalierte im Herbst 2022 in einer öffentlichen Wut-PK Punks nach dem Pay Per View All Out und einer anschließenden Backstage-Prügelei. Der anhaltende Ärger um Punk gipfelte im Sommer in einer weiteren Keilerei mit Jungstar Jack Perry und Punks Entlassung.

Pikant: Sowohl Punk als auch die Bucks haben sich in Schweigevereinbarungen eigentlich verpflichtet, nicht mehr öffentlich über „Brawl Out“ zu reden. Indirekte Sticheleien über die jeweils andere Partei haben sich seitdem beide Seiten aber immer wieder nicht nehmen lassen.

Dass die Bucks aus den realen Ereignissen nun zur Basis eines neuen Schurkenimages machen, ist eine neue Stufe der Entwicklung – und womöglich nicht das einzige Puzzlestück einer größeren Story.

Titelfehde zwischen Samoa Joe und Hangman Page wird angebahnt

Erst vor wenigen Tagen hatte auch ein Comeback des zuletzt suspendierten Perry für Gesprächsstoff gesorgt: Er tauchte bei der AEW-Partnerliga NJPW auf und zerriss dort seinen AEW-Vertrag – es roch aufgrund der tatsächlichen Kooperation der Promotions nach einer Inszenierung nach Drehbuch.

Im Hauptkampf der Show bahnte AEW derweil ein weiteres großes Match für Revolution an: Der frisch gekürte World Champion Samoa Joe verteidigte seinen Titel in einem sehenswerten Match gegen den jungen Hook – Sohn der Legende Taz. Danach gab es eine Konfrontation Joes mit Ex-Champ Hangman Page, der wohl für Revolution in Stellung gebracht wird.

Im Zentrum der Show wird allerdings das Abschiedsmatch von Sting stehen, der sich laut einem Bericht des Wrestling Observer die Bucks als Gegner gewünscht hat, nachdem er bei einem Aufeinandertreffen im vergangenen Jahr hervorragend mit ihnen harmoniert hatte.