Andoni Iraolas erste Schritte beim FC Liverpool verlaufen derzeit nicht nach Plan. Beim ersten Auftritt des neuen Trainers an der Anfield Road haben die Reds gegen die AS Monaco eine 2:0-Führung verspielt und letztlich mit 2:3 verloren. Die Partie offenbarte mehrere Baustellen, an denen Iraola bis zum Saisonstart arbeiten muss.
„Es war dem Spiel gegen Leeds (2:4) ziemlich ähnlich. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, vor allem 30 gute Minuten“, begann der Spanier seine Analyse bei LFC-TV und sagte danach selbstkritisch: „Im Moment haben wir wahrscheinlich nicht viel mehr zu bieten, was das Niveau angeht, das erforderlich ist, um so zu spielen. Sie haben es verdient, das Spiel noch zu drehen.“
Liverpool kann das Niveau nicht aufrechterhalten
Der Coach monierte vor allem die fehlende Konstanz. Durch die Tore von Alexander Isak (16.) und Florian Wirtz (29.) ging Liverpool schnell mit zwei Treffern in Führung, doch anschließend kam ein Bruch in das intensive, von Iraola genau so gewünschte Spiel – und Monaco glich bereits bis zur 56. Minute aus, ehe der Ex-Dortmunder Paris Brunner in der Schlussphase zum 3:2-Endstand für die Monegassen traf.
„Wir haben die ersten beiden Vorbereitungsspiele gewonnen, aber in den vergangenen beiden konnten wir das von uns angestrebte Niveau nicht über die gesamte Spielzeit aufrechterhalten. Sobald wir einige Wechsel vorgenommen haben, werden die Spieler müde und wir können dieses Niveau nicht mehr halten. Wir haben also noch Arbeit vor uns“, betonte der neue Trainer.
Presse schlägt bei Liverpools Abwehr Alarm
Auch in der englischen Presse war die Testspielniederlage ein großes Thema und die Aussagen von Iraola wurden vom Mirror als „brutale Liverpool-Einschätzung“ beschrieben. Mit Bezug auf die Implementierung des neuen Spielsystems des Spaniers hieß es weiter: „Liverpool befindet sich eindeutig in einer Anpassungsphase, wobei die ersten Warnzeichen bei der Niederlage gegen Leeds in den USA zu sehen waren.“
Zudem titelte die Daily Mail: „Liverpools Abwehr ist noch völlig unvorbereitet für die Premier-League-Saison.“
Im weiteren Artikel wurde dann detaillierter darauf eingegangen: „Ihre defensiven Probleme zeigten sich gegen Monaco. Liverpool war in der Abwehr fragil, nachdem Virgil van Dijk und Ifeanyi Ndukwe ausgewechselt wurden. Ihre Hintermannschaft war bereits vergangene Saison schwach und die Probleme sind noch nicht behoben worden.“
Visum-Wirbel bei österreichischem Talent
Vor allem Ndukwe wurde medial für seine Leistung gelobt, doch mit Blick auf die anstehende Spielzeit gibt es beim 18 Jahren alten Österreicher ein großes Problem: Aufgrund des strengen britischen Punktesystems und einer kurzfristigen Regeländerung erhält er keine Arbeitserlaubnis für die Premier League.
Stattdessen muss das Talent zunächst ausgeliehen werden, um Spielpraxis zu sammeln, damit die Liverpooler die Zustimmung des Leitungsgremiums bekommen und ihn anschließend selbst einsetzen dürfen.
Bringt ein Barca-Verteidiger die Stabilität?
Zudem hat Winter-Neuzugang Jérémy Jacquet weiterhin mit Nachwirkungen seiner langwierigen Schulterverletzung zu kämpfen, wodurch er großen Trainingsrückstand hat. Dennoch könnte der Franzose beim nächsten Vorbereitungsspiel gegen Como sein Comeback feiern.
Liverpool arbeitet offenbar an einer Lösung für die Problem-Position, denn Innenverteidiger Ronald Araújo soll per Leihe vom FC Barcelona kommen. „Seine bevorstehende Ankunft kann nicht schnell genug kommen und wird entscheidend sein, die Liverpool-Abwehr zu stabilisieren“, schrieb die Daily Mail abschließend.