Der FC Chelsea erlebte eine äußerst unruhige Saison, die mit der Endplatzierung auf Rang zehn weit hinter den Erwartungen geblieben ist. Geht es nach den Londonern, war dafür vor allen Dingen die stetige Unruhe auf dem Trainerstuhl verantwortlich.

Nur kurz nach der Verkündung, dass Enzo Maresca neuer Trainer bei Manchester City wird, veröffentlichte Chelsea eine Mitteilung, in der auch Maresca nicht gut wegkam. Bis Anfang Januar hatte er noch bei den Blues an der Seitenlinie gestanden.

Ex-Chelsea-Trainer Enzo Maresca tritt die Nachfolge von Pep Guardiola bei Manchester City an
Ex-Chelsea-Trainer Enzo Maresca tritt die Nachfolge von Pep Guardiola bei Manchester City anEx-Chelsea-Trainer Enzo Maresca tritt die Nachfolge von Pep Guardiola bei Manchester City an© IMAGO/Every Second Media

„Ein wesentlicher Faktor“ für die unterdurchschnittliche Saison Chelsea „waren die Störungen, die durch die Veränderung entstanden, zu denen der Verein während der Weihnachtszeit auf der Position des Cheftrainers gezwungen war“, heißt es in einer Vereinsmitteilung der Londoner. In dieser macht der Klub dem ehemaligen Trainer deutliche Vorwürfe.

Demnach habe Maresca schon in der Weihnachtszeit Kontakt zu Manchester City gehabt: „Im Herbst letzten Jahres wurde der Verein von unserem ehemaligen Cheftrainer darüber informiert, dass es eine Möglichkeit geben könnte, Pep Guardiola am Ende der Saison abzulösen.“ Eine Gelegenheit, die der künftige Manchester-City-Coach wohl um jeden Preis nutzen wollte.

FC Chelsea: „Fühlten uns im Stich gelassen“

„Uns wurde klar, dass es sein starker Wunsch war, Guardiola zu beerben, und dass er fest entschlossen war, diese Chance zu verfolgen, obwohl er einen langfristigen Vertrag hatte, den er nicht kündigen durfte. Im Dezember 2025 trat unser Head Coach unerwartet und abrupt von seiner Position zurück“, schilderte der Premier-League-Klub die Ereignisse aus seiner Sicht.

„Offensichtlich fühlten wir uns im Stich gelassen, da wir glaubten, dass sein Kopf und sein Herz bereits bei einem anderen Klub und einer anderen Gelegenheit waren, obwohl er erst im Jahr zuvor zu Chelsea gekommen war“, kritisierte Chelsea Maresca und erklärte im gleichen Zuge, dass man keine andere Wahl gehabt habe, den Rücktritt des Trainers trotz gültigem Arbeitspapier zu akzeptieren.

Einigung mit Manchester City über Entschädigung

Weil Maresca in London einen langfristig gültigen Vertrag hatte, einigte sich der FC Chelsea mit Manchester City über eine Ablösesumme, die es in sich hat. Nach verschiedenen Medienberichten überwiesen die Skyblues für Marescas Dienste rund 20 Millionen Euro an den FC Chelsea.

Vom Verein heißt es dahingehend nur: „Unter den gegebenen Umständen und angesichts des gegenseitigen Respekts zwischen den Vereinen wurde eine vertrauliche Einigung mit Manchester City getroffen, die die Zahlung einer Entschädigung beinhaltet.“

Obendrein sei eine vertrauliche Einigung mit dem ehemaligen Cheftrainer erzielt worden, wonach auch Maresca eine Entschädigungszahlung tätigen soll.

Den letzten Absatz des Statements nutzte der Verein, um den künftigen Trainer der Blues, Xabi Alonso, zu loben – und dem ehemaligen Coach nochmal einen mitzugeben: „Mit Blick auf die nächste Saison haben wir mit Xabi Alonso einen Trainer mit einem außergewöhnlichen Fußballgeist und einen Profi höchster Integrität.“ Diese Integrität vermisste der Klub offenbar bei Maresca.