Florentino Pérez geht im Wahlkampf in die Vollen. In einem Interview mit La Razón legte der Präsident von Real Madrid am Montag, knapp eine Woche vor der Abstimmung am 7. Juni, den Fokus komplett auf die Gegenkandidatur von Unternehmer Enrique Riquelme – ohne dessen Namen zu nennen.
„Seine Vorschläge sind der Ruin. Sie lügen. Die sind hierhergekommen, um sich Real Madrid zu holen. Nichts weiter“, polterte Pérez.
Der Amtsinhaber ordnete den Machtkampf historisch ein und warnte vor einer Rückkehr „derselben Leute“ aus einer „düsteren Zeit“: „Jetzt kann ich nicht zulassen, dass sie sich den Klub wieder aneignen. Es sind dieselben Personen: die Söhne, die Freunde, die Brüder.“ Auch die Idee, den Mitgliederkreis zu vergrößern, deutete Pérez als Angriff auf den Wert des Vereins.
Pérez weist Vorwürfe vehement zurück
Besonders gereizt reagierte Pérez auf Transfer-Versprechen des Herausforderers. „Gibt es wirklich jemanden, der glaubt, dass unter mir nicht die besten Spieler der Welt bei Real spielen?“, fragte er – und schob nach, er werde keine Namen nennen, „weil mich die Geschichte absichert“.
Riquelme wiederum hatte öffentlich mit bereits unterschriebenen Stars und einem 50-Prozent-Rabatt auf den Mitgliedsbeitrag geworben.
Den Privatisierungsvorwurf der Gegenseite wies Pérez vehement zurück: „Sie lügen. Real Madrid wird immer seinen Mitgliedern gehören.“ Der Präsident betonte zudem, er habe „mein Vermögen riskiert, um Real Madrid zu retten“ – und setzte noch einen drauf: Er wolle, dass das Vermögen „den Mitgliedern gehört“ und später „ihre Kinder oder Enkel“ erben.
„Die Klub-WM hat uns umgebracht“
Auch sportlich nahm Pérez die Debatte an. Beim Trainer gehe es vor allem darum, dass er „sich mit der Kultur von Real Madrid identifiziert“ und die Stars richtig einsetzt. Als Argument führte er die Titelsammlung an: „Wir haben 15 Europapokale mit vielen Trainern gewonnen und sechs Champions-League-Titel in zehn Jahren.“
Eine Saison ohne Titel erklärte Pérez dagegen mit der Belastung: „Die Klub-WM hat uns umgebracht – nach drei oder vier Monaten hatten wir 28 Verletzte in der ersten Mannschaft.“