Der niederländische Fußballverband hat mit Xavi eine echte Überraschung aus dem Hut gezaubert. Erstmals seit 48 Jahren übernimmt ein Ausländer die Rolle als Bondscoach bei Oranje.

Die Reaktionen gehen recht weit auseinander. Unübersehbar ist aber: In den Niederlanden gibt es bereits ersten Gegenwind.

Xavi sieht sich gleich mit Gegenwind konfrontiert
Xavi sieht sich gleich mit Gegenwind konfrontiertXavi sieht sich gleich mit Gegenwind konfrontiert© IMAGO/Shutterstock

„Tut es nicht“, sagte der Ex-Nationalspieler Theo Janssen, als sich die Xavi-Überraschung abzeichnete, bei Ziggo Sport. Wenig später wurde die Entscheidung offiziell verkündet. „Ich finde, es sollte einen niederländischen Trainer geben. Was die Kommunikation und so angeht, ist es etwas angenehmer, wenn ein niederländischer Trainer dabei ist“, meinte Janssen.

Xavi? Kandidaten gab es in den Niederlanden genug

Oranje verfüge über viele gut ausgebildete Trainer. „Ich würde auch einen Niederländer vorziehen“, stimmte Danny Blind zu. „Ich glaube, sie haben bei Peter Bosz eine Chance verpasst. Ich vermute, wenn man das weiterverfolgt hätte – noch vor der Weltmeisterschaft – hätte er angebissen.“

Der angesprochene Bosz steht derzeit bei der PSV Eindhoven unter Vertrag. Er war auch wie Arne Slot – der sich weiter im Vereinsfußball sieht – und Erik ten Hag gehandelt worden.

Immerhin: Ex-Nationalspieler Blind nannte Xavi auch ein „Kind des niederländischen Fußballs.“ Der neue Mann habe „tatsächlich eine Vorliebe für den niederländischen Fußball, das lässt er auch durchblicken. Er nennt Cruyff, Van Gaal, Rijkaard. Ich glaube auch, dass man mit einem ausländischen Trainer der niederländischen Nationalmannschaft nicht näher kommt als mit ihm.“

Der ehemalige niederländische Fußballer Hans Kraay Jr., der heute als Moderator arbeitet, sagte derweil auch: „Ich finde, der KNVB hätte sich mehr um Bosz und ten Hag bemühen sollen. Mit Peter Bosz und Erik ten Hag hätte man super Offensivfußball gesehen.“

„Ausgerechnet die Niederlande“

Doch Kraay Jr. wählte letztlich auch beschwichtigende Worte: „Dass es nun also auf Xavi hinausläuft: Er ist kein Pfuscher. Er spielt offensiven Fußball. Wir können uns auf schönen und guten Fußball freuen. Aber ich hätte mir lieber einen anderen der drei gewünscht. Jetzt werden wir voll und ganz hinter Xavi stehen.“

In der internationalen Presse herrschte vor allem Verwunderung. In Belgien schrieb HLN beispielsweise: „Ein völlig überraschender Name als Nationaltrainer“.

Das Nieuwsblad ergänzte: „Es ist bemerkenswert, dass ausgerechnet die Niederlande einen ausländischen Nationaltrainer wählen.“ Schließlich habe die stolze Fußballnation bislang stets viele Trainer in „alle Ecken der Welt“ geschickt. Aufgezählt wurden legendäre Namen wie Dick Advocaat und Louis van Gaal.

In England schrieb die Daily Mail von einer „Schock-Entscheidung“- In Xavis Heimat meinte die Marca: „Xavi Hernández, der seit 2024 keinen Profiverein mehr trainiert hat, wird sein Glück bei einem seiner größten Träume versuchen: eine Nationalmannschaft zu führen.“