„Wir sind überzeugt von seinem Potenzial und davon, dass er bei uns die nächsten Schritte machen wird.“ Es waren überaus lobende Worte, die Bayerns Nachwuchschef Jochen Sauer im Jahr 2024 für Neuzugang Nestory Irankunda fand.
Der deutsche Rekordmeister hatte den talentierten Offensivspieler seinerzeit vom australischen Klub Adelaide United nach München geholt – ein Transfer voller Erwartungen.
Gut zwei Jahre später sind die Aussagen von Sauer nur noch ein Relikt aus vergangenen Zeiten, das nun aber wieder auf den Tisch kommt.
Bayern profitiert von Irankunda-Wechsel
Zwar spielt Irankunda längst nicht mehr für den Rekordmeister, bringt selbigem nun aber eine mehr als nur stattliche Summe ein.
Im Zuge seines Wechsels vom FC Watford zu Sporting Lissabon fließen laut übereinstimmenden Medienberichten 15 Millionen Euro Ablöse an den englischen Zweitligisten. Die Summe soll durch Boni sogar auf 18 Millionen anwachsen können.
Freuen darf sich in diesem Zuge aber auch der FCB, der im vergangenen Sommer bereits drei Millionen Euro Ablöse für Irankunda einstrich.
Grund dafür ist eine Beteiligung am Transfergewinn, die die Münchner beim Verkauf an Watford einst vertraglich verankert hatten. Dem Vernehmen nach soll diese bei 40 Prozent liegen, was Bayern rund fünf Millionen, bei entsprechenden Bonuszahlungen sogar noch etwas mehr einbringen könnte.
Kein Einsatz für die Bayern-Profis
Viel Geld für einen Spieler, der einst mit großen Hoffnungen in die bayerische Landeshauptstadt gekommen war, sein Können aber nie auf der größten Bühne unter Beweis stellen konnte.
Der in einem Flüchtlingslager in Tansania geborene Youngster sollte eigentlich an die Profimannschaft herangeführt werden. Mehr als ein paar Einsätze für Bayern II und in der Youth League waren ihm aber nicht vergönnt. Für die Profis stand er nicht eine einzige Minute auf dem Feld.
Sonderlich viel Geduld brachte Irankunda seinerzeit nicht mit. Bereits nach einem halben Jahr erklärte er beim TV-Sender Paramount+: „Ich kann nicht weiterhin jede Woche U23-Fußball spielen.“
Allerdings ist der Fall des jungen Flügelspielers wohl auch einer der Sorte: Zur falschen Zeit am falschen Ort.
Irankunda konnte sich nicht wirklich zeigen
Lange Zeit herrschte bei den Münchnern auf seiner Position ein brutaler Konkurrenzkampf. Eine Tür öffnete sich für Irankunda nie. Nach einer Leihe zum Grasshopper-Club Zürich wurde er schließlich im vergangenen Sommer nach Watford verkauft.
Genau zu dieser Zeit, als der Australier endgültig abgegeben wurde, wurde es auch auf seiner Position in München dünner. Leroy Sané und Mathys Tel verließen den Verein, der Weg in Richtung Einsätze wäre machbarer gewesen.
Doch das Timing für Irankunda stimmte nicht, wenig später bahnte sich ein gewisser Lennart Karl auf dem Flügel seinen Weg zu den Profis.
Starke Leistung bei der Fußball-WM
Dass es der Mann aus Down Under trotz seines gescheiterten Bayern-Engagements trotzdem drauf hat, bewies er jüngst bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko.
Im Gruppenspiel gegen die Türkei erzielte der 20-Jährige einen sehenswerten Treffer, der ihn zum jüngsten WM-Torschützen in der Historie seines Landes machte.
Neben dem 2:0-Sieg durfte er sich zudem über die Auszeichnung zum Spieler des Spiels freuen.
Mit Sporting Lissabon in der Königsklasse
Irankunda freut sich aktuell über einen kometenhaften Aufstieg. In seiner Heimat schwärmen Fans und Experten von seiner Geschwindigkeit und seinem harten Schuss.
So konstatierte der australische Coach Brad Maloney im Interview mit der Zeitung Sydney Morning Herald: „Ich glaube nicht, dass ich jemals irgendwo auf der Welt jemanden gesehen habe, der einen Ball so hart schießt, egal auf welchem Niveau.“
In Zukunft darf Irankunda seine Fußballkünste in Lissabon unter Beweis stellen. Vielleicht ja schon bald in der Champions League gegen den FC Bayern.