Der Fußball-Weltverband FIFA hat mit seinen Plänen, Anteile einzelner Groß-Events wie der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, für große Empörung gesorgt. Die FIFA bestätigte am Dienstag, dass sie über eine neu zu gründende Tochterfirma namens FIFA Forward Enterprise (FFE) unter anderem Beteiligungen an der Fußball-WM veräußern will.
Hans-Joachim Watzke, Vize-Präsident des UEFA-Exekutivkomitees sowie DFB-Vize-Präsident, poltere gegen die Pläne rund um FIFA-Präsident Gianni Infantino. „Viele im europäischen Fußball sehen die Pläne der FIFA als absoluten Angriff auf den Fußball an. Diese Haltung teile ich. Hier wird eine Grenze überschritten“, sagte Watzke im Gespräch mit dem kicker.
Zoff mit der FIFA! Erwägt die UEFA einen WM-Boykott?
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge will die Europäische Fußball-Union (UEFA) noch in der laufenden Woche eine Dringlichkeitssitzung abhalten, um über ihre weitere Reaktion auf die Pläne zu beraten. Dabei soll auch ein Boykott der Fußball-WM diskutiert werden.
Dass die FIFA Grenzen überschritten hat, darin stimmen Watzke und UEFA-Präsident Aleksander Ceferin überein. „Die Einigkeit darüber ist unter den Mitgliedsverbänden groß, das haben mir mehrere Gespräche gezeigt, die ich in den vergangenen Tagen mit Aleksander Ceferin und anderen Kollegen geführt habe“, sagte Watzke: „Bei der WM standen sechs europäische Teams im Viertelfinale und drei im Halbfinale. Wenn sich der europäische Fußball geschlossen gegen die Pläne wehrt, hat das sehr viel Gewicht.“
Die Pläne der FIFA hatten international für Empörung gesorgt. In der Presse war unter anderem vom „Ende der Welt“ zu lesen, während andere Portale die FIFA-Ankündigung „wie eine Bombe“ interpretierten.