Lang ist es her, da ließ Max Meyer sowohl bei Fans in Königsblau als auch in Schwarz-Rot-Gold die Hoffnungen auf rosige Zeiten aufkeimen. Gut zehn Jahre später ist die zerknitterte Karriere des 30-Jährigen um einen Knick reicher.

Wieder einmal sitzt der offensive Mittelfeldspieler ab diesem Sommer ohne Verein da. Sein letzter Klub, Zyperns APOEL Nikosia, wird das auslaufende Arbeitspapier des einstigen Schalkers nicht verlängern. Eine bekannte, dennoch unrühmliche Situation für Meyer.

Max Meyer stand zuletzt bei APOEL Nikosia unter Vertrag
Max Meyer stand zuletzt bei APOEL Nikosia unter VertragMax Meyer stand zuletzt bei APOEL Nikosia unter Vertrag© IMAGO/Michal Fajt

Max Meyer: Unbefriedigende Zeit in Zypern

Der Rekordmeister von der Mittelmeerinsel war der siebte Klub seit seinem Schalke-Abschied vor acht Jahren. Mit Ausnahme einer Leihe zum FC Midtjylland stand er am Ende einer jeden Station vertragslos da.

Zwei Jahre stand der gebürtige Oberhausener nun zuletzt in Diensten des zyprischen Rekordmeisters. Nachhaltig empfehlen konnte er sich in dieser Zeit nicht. Wettbewerbsübergreifend stehen für ihn magere sieben Torbeteiligungen in beiden Spielzeiten zu Buche. Triebfeder für seinen Wechsel zu Nikosia war anfangs sicher auch die Aussicht, mit dem Inselstaat in der Champions League an den Start zu gehen.

Nach doppelt verpatzter Qualifikation verpasste man in seinem Debütjahr jedoch sowohl die Champions- als auch die Europa League. Im Trostpflaster Conference League kam Meyer lediglich zu drei Einsätzen mit insgesamt 90 Minuten. Als abgeschlagener nationaler Tabellenfünfter hatte man den Kelch des europäischen Fußballs im zweiten Jahr komplett an sich vorüberziehen lassen müssen.

Vielversprechende Anfänge in Königsblau

Und nun? Wartet der erneute Neustart auf den viermaligen deutschen Nationalspieler. Dabei hatte es alles so verheißungsvoll begonnen.

Mit 14 Jahren kam nach Jugendstationen in Oberhausen und Duisburg der Wechsel in die Schalker Knappenschmiede. Er war Torschützenkönig und Spieler des Turniers bei der U17-EM 2012, die für den DFB erst im Finale enden sollte. Er bekam die Fritz-Walter-Medaille in Silber im selben Jahr verliehen, feierte sein Bundesligadebüt für ein damals um die Königsklasse kämpfendes Schalke mit 17 Jahren.

Die Vorzeichen für eine große Karriere waren also gesetzt. Der Senkrechtstarter entwickelte sich schnell zum Stammspieler und klopfte bald auch vorsichtig bei Bundestrainer Joachim Löw an. Bei seinem Nationalelfdebüt 2014 stand er direkt in der Startelf. Beim Olympischen Fußballturnier 2016 in Brasilien führte er die Mannschaft als Kapitän zur Silbermedaille.

Das Prädikat „Weltklasse“

Eine Karriere wie auf dem Reißbrett. Wäre da nicht dieses verflixte Jahr 2018 gewesen. Meyer war mittlerweile vom Youngster zum Dreh- und Angelpunkt des Schalker Mittelfelds aufgestiegen. Verständlich, dass da auch der Transfermarkt immer interessanter wurde, für einen Anfang 20-Jährigen mit auslaufendem Vertrag.

Meyer (m.) mit der Silbermedaille in Rio
Meyer (m.) mit der Silbermedaille in RioMeyer (m.) mit der Silbermedaille in Rio© IMAGO/Sven Simon

So war es sein damaliger Berater, Roger Wittmann, der Meyers Karriere einen Stempel aufdrücken sollte, den er seither nicht mehr loswerden sollte. In den Vertragsverhandlungen mit Schalkes damaligem Manager Christian Heidel habe Wittmann seinen Schützling als „Weltklasse“ betitelt. Meyer könne „in jeder Mannschaft spielen“ und würde „zur WM 2018 nach Russland fahren“.

Meyer distanziert sich von Aussagen

Aussagen, die in einem Vier-Augen-Gespräch gefallen sein sollen und nicht offiziell belegt werden können. Dem Spieler folgten die Worte ab dort jedoch wie ein dunkler Schatten durch seine Karriere.

„Ich fand es nicht in Ordnung, dass man das Ganze in die Öffentlichkeit getragen hat. Ich weiß ja auch nicht, was die beiden unter vier Augen besprochen haben“, äußerte sich Meyer 2023 beim YouTuber Gamerbrother.

 „Ich hab das nie selber über mich behauptet. Ich habe nie gesagt: ‚Ich wechsle zu Barcelona oder Bayern München.‘ Ich hab ja fast gar nichts gesagt. Vielleicht war das der Fehler. Vielleicht hätte ich mich mal äußern sollen“, fuhr er fort.

Nach Schalke ging es auf Wanderschaft

Seine Zeit in Gelsenkirchen fand durch diese Affäre ein jähes Ende. Das Ende der Saison 2017/18, die Schalke als Vizemeister beendete, verfolgte Meyer von der Tribüne aus. Im anschließenden Sommer ging es zu Crystal Palace, von dort aus erst zum 1. FC Köln, Fenerbahce, FC Midtjylland und Luzern.

Nach überschaubaren Ergebnissen auf seiner Reise sah man in der Schweiz den einstigen Schein des Offensivtalents wieder am Horizont aufleuchten. Im Mittelfeld war er wieder gesetzt und zwischendurch durfte er sich sogar die Kapitänsbinde überstreifen.

Doch auch diese Zeit endete nach zwei Spielzeiten.

Geplatzte Schalke-Rückkehr

„Bei Max Meyer ist es so, dass wir uns seit letztem Sommer bis Ende März stark darum bemüht haben, den Vertrag zu verlängern. Jedoch konnte er sich nicht zu einem Entscheid durchringen und daher haben wir unser Angebot zurückgezogen“, sagte Luzerns Sportdirektor Remo Meyer damals.

Es ging also mal wieder ablösefrei weiter. Nach einem Beraterwechsel, weg von den Altlasten mit Roger Wittmann, stand 2025 sogar kurzzeitig eine Rückkehr zu den damals zweitklassigen Schalkern im Raum. Das Werben des einstigen S04-Keepers Marius Müller, bei der gleichen Beraterfirma untergebracht, blieb jedoch folgenlos.

Nun ist Max Meyer wieder vertragslos. Der Marktwert des mittlerweile 30-Jährigen liegt laut transfermarkt.de bei 800.000 Euro.