Nach sieben Jahren als Generalsekretärin wird Fatma Samoura den Fußball-Weltverband FIFA zum Jahresende verlassen. Dies gab die 60 Jahre alte Senegalesin am Mittwoch bekannt.
Die Afrikanerin, erste Frau und erste Nicht-Europäerin in diesem Amt, gilt als enge Vertraute von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Vor ihrer aktuellen Aufgabe hatte Samoura 21 Jahre lang für die Vereinten Nationen gearbeitet.
„Ab dem nächsten Jahr möchte ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Ich bin seit meinem achten Lebensjahr in den Fußball verliebt und fühle mich geehrt, auf dieser Reise dabei gewesen zu sein“, begründete Samoura ihre Entscheidung.
FIFA-Boss Infantino verliert engste Mitarbeiterin
Infantino nannte seine engste Mitarbeiterin eine „Pionierin des Fußballs“ und fügte an: „Ich möchte ihr für ihren Einsatz und ihr Engagement danken.“
Sie habe eigentlich erst in der kommenden Woche beim FIFA-Council ihren Rückzug bekannt geben wollen, habe sich aber nun wegen „wachsender Spekulationen“ über ihre Position früher als geplant geäußert, hieß es in einem Statement. Wer Samoura nachfolgen soll, ist aktuell noch unklar.
Generalsekretärin verhindert TV-Blackout
Die verbandsinternen Meinungen über die scheidende Top-Managerin waren und sind geteilt. Viel Unverständnis erntete Samoura für das forsche Vorantreiben der mittlerweile verworfenen Pläne Infantinos, alle zwei Jahre eine Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden zu lassen.
Andererseits soll die studierte Anglistin einen maßgeblichen Anteil daran gehabt haben, dass ein TV-Blackout bei der bevorstehenden Frauen-WM in Australien und Neuseeland am Mittwoch doch noch abgewendet werden konnte.
Korruptions-Vorwürfe auch gegen Samoura
Was ihr nicht gelang: Als Führungskraft eines von zahlreichen Korruptionsaffären erschütterten Weltverbandes fiel auch Samoura unangenehm auf, die FIFA beglich Reinigungskosten für ihre Wohnung in absurder Höhe.
Nachdem Rechnungsprüfern entsprechende Überweisungen aufgefallen waren, zahlte sie das Geld geräuschlos zurück.