Ein Jahr nach seinem Abschied vom US Masters schwingt bei Bernhard Langer noch immer Wehmut mit, wenn er über das Turnier im Augusta National Golf Club spricht. „Ich muss mich wohl an diese neue Rolle als Zuschauer gewöhnen“, sagte Langer in einem Interview mit dem Turniersponsor Mercedes-Benz.
Lächelnd ließ er sich sogar eine Hintertür für ein Comeback offen: „Oder ich gehe noch einmal zum Klub zurück und frage, ob ich einen Tom Brady machen kann, der sich ja auch verabschiedet hat und dann noch einmal zurückgekommen ist und ein, zwei Jahre gespielt hat.“
Langers Masters-Rückkehr bleibt unwahrscheinlich
Eine Rückkehr des zweimaligen Champions, der 41 Mal auf den Grüns an der berühmten Magnolia Lane abgeschlagen hat, ist unwahrscheinlich, auch wenn sich Langer im Alter von 68 Jahren noch immer in blendender Form befindet. „Meine Frau meinte auch, dass ich vielleicht zu früh aufgehört habe“, sagte Langer, der weiter auf der Champions Tour der über 50 Jahre alten Golfer aktiv und erfolgreich ist.
Doch das Masters ist eine andere Liga. „Auf der einen Seite weiß ich, wie lang und schwierig dieser Golfplatz ist – mit 7600 Yards. Wir spielen normalerweise eher 7100 Yards auf der Champions Tour“, erklärte Langer, „auf der anderen Seite hat es mir immer Spaß gemacht, hier als Spieler teilzunehmen, obwohl es in den letzten Jahren sehr lang und schwierig für mich war.“
Ganz ernst gemeint dürften die Comeback-Gedanken daher nicht sein, denn Langer weiß: „Die Zeit hört nicht auf, wir werden alle älter. Es war sowieso schon ein Wahnsinn, dass ich bis zu meinem 67. Lebensjahr auf internationalem Spitzenniveau spielen konnte.“
Langer genießt Augusta als Ehrengast
In diesem Jahr genießt er das Turnier als Ehrengast, nahm am Dienstag am Champions Dinner von Titelverteidiger Rory McIlroy teil. Mit dabei ist Langers gesamte Familie, seine Frau Vikki Carol, die vier Kinder und vier Enkelkinder. „Ich zeige ihnen ein paar Dinge im Klubhaus, denn es gibt hier immer wieder etwas Neues“, erzählte Langer. Jeder Ausflug nach Augusta ist für ihn auch eine Reise durch das eigene Leben.
„Es gibt keinen anderen Platz, an dem ich mich so zu Hause fühle“, sagte der Sieger von 1985 und 1993. „Das Turnier selbst und seine Entwicklung über die vielen Jahre sind mit vielen großartigen Erinnerungen für mich verbunden. Zum Beispiel, als ich Jack Nicklaus das grüne Jackett zu seinem sechsten Sieg überreichen durfte. Oder als Tiger Woods hier sein letztes Masters gewonnen hat – auch da war ich dabei. Das sind Dinge, die man nie vergessen wird.“