Die englische Nationalmannschaft hat ein peinliches Aus bei der Weltmeisterschaft gerade noch so abgewendet. Gegen die Demokratische Republik Kongo siegten die Three Lions im Sechzehntelfinale knapp mit 2:1 (0:1) durch einen späten Doppelschlag von Harry Kane. Im Nachgang wurde mit Nationaltrainer Thomas Tuchel sowie der Mannschaft hart ins Gericht gegangen.
„Ich habe große Bedenken. Wir freuen uns alle, dass England weitergekommen ist, aber besonders, wenn England den Ball verliert, ist die Abwehr sehr anfällig“, haderte Legende Wayne Rooney nach der Partie bei der BBC.
WM 2026: Rooney schlägt Alarm
Der frühere Nationalspieler fügte hinzu: „Gegen eine stärkere Mannschaft geraten wir meiner Meinung nach in große Schwierigkeiten, wenn wir das nicht in den Griff bekommen.“
Ihm missfiel vor allem die kaum vorhandene Bindung zwischen Abwehr und Mittelfeld. Rooney erkannte „große Lücken in der Mitte des Spielfelds, und das bereitet mir große Sorgen“. Der 40-Jährige nahm zugleich Tuchel in die Pflicht: „Er muss sich das wirklich ansehen, sonst fliegen wir raus.“
Englische Presse haut auf die Three Lions drauf
Auch die englische Presse übte deutliche Kritik am deutschen Coach. Die Daily Mail warf ihm vor, das Chaos selbst verursacht zu haben. „Diese mitreißende Achterbahnfahrt in Atlanta muss Tuchel als Weckruf dienen, denn seine Loyalität gegenüber bestimmten Spielern und Spielkombinationen hätten die Three Lions beinahe nach Hause geschickt“, hieß es dort.
In der Nacht von Sonntag auf Montag trifft England im Achtelfinale in Mexiko-Stadt auf Co-Gastgeber Mexiko (ab 2 Uhr im LIVETICKER). „Wenn sie so spielen wie in den ersten 75 Minuten, werden sie das Aztekenstadion nach einer einseitigen Niederlage mit eingezogenem Schwanz verlassen“, warnt die Daily Mail.
Der Mirror unterstellte Tuchel zudem, dass er bislang noch nicht seine Startelf gefunden habe. In einem Bericht heißt es: „Es gibt Stimmen, die behaupten, er kenne seine beste Aufstellung noch immer nicht, und das ist in dieser Phase des Turniers zweifellos ein Grund zur Sorge.“
Kane für Klopp der „englische Messi“
Gleichzeitig wurde Harry Kane in den höchsten Tönen gelobt, schließlich rettete er die Three Lions mit seinen beiden Treffern. „God Save the Kane – Können wir die Nationalhymne ändern?“, schrieb die Daily Mail in ihrem Ticker – und fügte an: „Mal ehrlich: Wo wäre England ohne Harry Kane? Ach ja, ich weiß… auf dem Heimweg.“
In eine ähnliche Kerbe schlug auch MagentaTV-Experte Jürgen Klopp, der den Stürmer des FC Bayern den „englischen Messi“ nannte, weil sich auch beim Vize-Europameister alles um den Superstar drehe – so wie auch bei Argentinien um den achtmaligen Weltfußballer.
„Ich weiß nicht, ob in England schon Statuen gebaut wurden, aber sie werden sicher gebaut. Den Einfluss, den Harry Kane hat, habe ich so noch nie gesehen“, zeigte sich der frühere Trainer des FC Liverpool beeindruckt.
Legenden schwärmen von Kane
Ganz nebenbei überholte Kane mit seinen WM-Toren zwölf und 13 in der ewigen Rangliste Brasiliens Legende Pelé, während er sich mit der aktuellen Generation der Superstars ein wildes Wettschießen um den goldenen Schuh bei der WM liefert.
„Tuchel weiß, dass Kane ihm aus der Patsche geholfen hat“, schrieb Ex-Nationalspieler Jamie Carragher im Telegraph, bis zum Duell mit Mexiko müsse sich aber „grundlegend etwas verbessern“.
Auch Rooney sparte trotz seiner Kritik nicht mit besonderem Lob für den Matchwinner: „Sein Kopfball war brillant, aber das zweite Tor war unglaublich – er ist einfach ein Weltklasse-Spieler. Er ist Englands Superstar, er ist unser Held.“
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—– Mit Sport-Informations-Dienst (SID)