Mit mehreren ausgebooteten Stars hat Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel vor der WM für reichlich Gesprächsstoff rund um seine Kadernominierung gesorgt. Einer der großen Namen, die Tuchel nicht mitnehmen wollte, hat jetzt vor dem Achtelfinale gegen Mexiko (Montag, 2 Uhr im LIVETICKER) mit einer vielsagenden Wortmeldung für Schlagzeilen gesorgt.
Cole Palmer vom FC Chelsea, im EM-Finale 2024 noch Torschütze beim 1:2 gegen Spanien, war neben Phil Foden und Harry Maguire wohl der prominenteste Star, der die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko nur im TV verfolgen kann.
Ausgebooteter England-Star mit Botschaft an Thomas Tuchel
Nachdem sich England im Sechzehntelfinale gegen die Demokratische Republik Kongo (2:1) enorm schwer tat und von Harry Kane durch zwei späte Tore ins Achtelfinale gerettet werden musste, machte Palmer jetzt deutlich, dass er durchaus hätte helfen können.
„Ich weiß, was ich hätte beitragen können – etwas anderes als das, wofür sich der Trainer entschieden hat“, sagte der Offensivspieler der Times: „Ich kann die Entscheidung nicht ändern und wünsche allen alles Gute.“
„Wenn einem gesagt wird, man sei im Grunde nicht gut genug …“
Tuchels Entscheidung gegen ihn hat bei Palmer in jedem Fall Wirkung hinterlassen. „Es ist wie bei allem anderen auch. Wenn einem gesagt wird, man sei im Grunde nicht gut genug, dann will man den Leuten das Gegenteil beweisen“, stellte der 24-Jährige klar.
„Jeder Fußballspieler möchte bei der Weltmeisterschaft dabei sein“, sagte Palmer: „Aber es ist eine Entscheidung, die ich nicht ändern kann, und eine schwere Entscheidung, aus welchen Gründen auch immer. Aber ich versuche einfach, meinen Sommerurlaub zu genießen – den ersten Sommerurlaub, den ich je hatte.“
Darum berief Thomas Tuchel Palmer nicht in den WM-Kader
Tuchel hatte statt Palmer oder auch Manchester Citys Foden das Offensivquartett Marcus Rashford, Anthony Gordon, Noni Madueke und Bukayo Saka in seinen Kader aufgenommen.
Palmers Nicht-Nominierung begründete Tuchel seinerzeit so: „Ich glaube, er leidet im Klub unter einer Formschwäche. Er war über die gesamte Saison hinweg nicht so entscheidend und einflussreich wie in den vergangenen Spielzeiten. Zweitens hatte er bei uns keinen großen Einfluss. Seine Bilanz bei uns war einfach nicht herausragend, nicht gut genug, um zu sagen: ‚Egal was passiert, er kommt auf jeden Fall.‘“
Der offensive Mittelfeldspieler kam in der vergangenen Premier-League-Saison nur auf elf Scorerpunkte (zehn Tore, eine Vorlage) in 26 Spielen und damit seine schwächste Ausbeute seit seinem Durchbruch. 2024 fuhr er noch mit dem Rückenwind von 22 Toren und elf Assists in der Liga zur EM. In der Spielzeit danach waren es noch 15 Treffer und neun Vorlagen.