Die Kommunikation der Vertragsauflösung von Julian Nagelsmann sorgt bei Lothar Matthäus für Misstrauen. „Man muss beim DFB harte Entscheidungen treffen, solche, die auch mal wehtun. Es wird versucht, immer alles schönzureden“, sagte der Rekordnationalspieler bei Sky.

Laut DFB-Mitteilung hatte Nagelsmann „in einem vertraulichen Gespräch mit der Verbandsspitze darum gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden.“ Matthäus‘ Meinung dazu: „Nagelsmann ist jetzt zurückgetreten, nachdem er vor drei Tagen nicht zurücktreten wollte. Da gehe ich schon davon aus, dass da Druck aufgebaut wurde – nicht nur von der DFB-Seite, sondern auch von der Öffentlichkeit und deswegen ist Nagelsmann nicht mehr im Amt. Mann kann aber auch einfach mal sagen, dass einiges nicht funktioniert hat, auch wenn Nagelsmann natürlich nicht der Alleinschuldige ist.“

Lothar Matthäus wirft dem DFB "Schönrederei" vor
Lothar Matthäus wirft dem DFB „Schönrederei“ vorLothar Matthäus wirft dem DFB „Schönrederei“ vor© IMAGO/dts Nachrichtenagentur

DFB: Nagelsmann wollte zunächst weitermachen

In der Tat hatte der nun Ex-Bundestrainer unmittelbar nach dem bitteren Ausscheiden bei MagentaTV erklärt, er „stehe bereit, wenn man das möchte. Ich bin keiner, der wegläuft.“ Nach Rücktrittsgedanken klingt das wahrlich nicht.

In einer Krisensitzung des DFB am Donnerstag, in der auch Nagelsmann anwesend war, sei ihm dann jedoch von den Bossen nach übereinstimmenden Medienberichten ein freiwilliger Rückzug nahegelegt worden.

Grund dafür könnte auch das üppige Gehalt sein, das ihm bei zwei verbleibenden Jahren Vertragslaufzeit zugestanden hätten. Ca. sieben Millionen Euro pro Jahr sollen in seinem Arbeitspapier festgeschrieben gewesen sein. Eine Kündigung von Verbandsseite hätte für den DFB also ein teures Unterfangen werden können.

In der offiziellen Pressemitteilung des Deutschen Fußball Bundes zur Entlassung lässt sich Nagelsmann wie folgt zitieren: „Ich habe in den vergangenen Tagen seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und mich mit Vertrauten in meinem persönlichen Umfeld und im Verband ausgetauscht. Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen.“

DFB sucht das Gespräch mit Klopp

Gespräche mit dem designierten Nachfolger Jürgen Klopp wurden bereits aufgenommen, wie der Verband und Klopp bestätigten.

Die richtige Entscheidung, findet Deutschlands Rekordnationalspieler: „Er ist die beste Lösung, die sich der DFB wünschen kann. Man hätte mit ihm einen Kandidaten, den man braucht, um bei den kommenden Turnieren wieder erfolgreicher zu sein.“