Thomas Hitzlsperger hat nach dem WM-Finale mit Vizeweltmeister Argentinien abgerechnet, das Auftreten von einigen Spielern während des gesamten Turniers und vor allem rund um das Endspiel gegen Spanien (0:1) scharf kritisiert.

„Ich dachte, die paraguayische Mannschaft ist schlecht aufgetreten, aber Paredes, Fernandez, Otamendi und die ganze Truppe? Ekelhafte Sportler“, schrieb der ARD-Experte bei X nach dem Endspiel.

Nach dem Abpfiff kam es zu leichten Rudelbildungen, Leandro Paredes stürmte auf Eric García zu und packte ihm mit der rechten Hand mehr als unsanft am Hals. Sofort schritten Betreuer und Mitspieler ein, um Paredes zurückzuhalten. Neben Co-Trainer Walter Samuel versuchte auch Argentinien-Coach Lionel Scaloni, zu schlichten.

Hitzlsperger rechnet mit Argentinien ab

Doch Paredes war immer noch mächtig aufgebracht. Er knöpfte sich Gavi vor, der gerade von Thiago Almada zu Boden gerissen worden war, langte ihm erst ins Gesicht und schlug dann noch einmal zu. Danach stieß Paredes den Youngster vom FC Barcelona erneut zu Boden.

Mitspieler Lisandro Martínez nahm Paredes in Schutz und erklärte die emotionale Reaktion: „Ich stand neben Paredes, als Pedri auf uns zukam und sagte: ‚Messi hat verschossen, und jetzt geht ihr alle nach Hause.‘ Paredes hat das sofort gehört, und da hat er reagiert.“

Der Innenverteidiger fügte an: „Ich verstehe, warum er so reagiert hat, denn in diesem Moment kochten die Emotionen hoch. Wir hatten gerade ein WM-Finale verloren, und solche Kommentare zu hören, beruhigt niemanden.“

Schon während der Partie gegen Spanien waren zum wiederholten Male viele Argentinier durch Nickeligkeiten, Schubser und Provokationen aufgefallen. Allen voran Paredes, der nach der Halbzeit kam und direkt Gelb sah. Das hielt ihn nicht davon ab, weiter zu foulen und zu diskutieren.

Auch Nebenmann Enzo Fernandez agierte ebenfalls mehrfach regelwidrig und musste nach einem klaren Foul an Pau Cubarsi mit Gelb-Rot vom Platz (90.+3). Kurios: Der Chelsea-Star sah sich zunächst deutlich benachteiligt, schwörte trotz des deutlichen Kontakts seine Unschuld und forderte Referee Slavko Vincic auf, die Szene vom VAR überprüfen zu lassen. Es brachte ihm nichts.

Neben dem Platzverweis gab es auch noch sechs Gelbe Karten gegen Argentinien. Spanien blieb derweil komplett unbeschadet. Schon in den Runden zuvor hatte Argentinien hart gespielt. Gegen England wandelten ebenfalls mehrere Stars hart an der Grenze des Erlaubten. Thomas Tuchel hatte die harte Gangart der Argentinier ebenfalls kritisiert.