Franziska van Almsick hat nach dem deutschen WM-Aus ein vernichtendes Urteil über die DFB-Elf gefällt. Im Zentrum ihrer Kritik? Leon Goretzka, den die Schwimmlegende gerade für sein Verhalten abseits des Rasens maßregelte.

„Ich fand, das war eine ganz blöde Vorstellung unserer Jungs. Da ist ein Spieler dabei, von dem ich wirklich menschlich sehr enttäuscht bin. Weil es offensichtlich eine Reaktion gab, die zeigte, dass er nicht den Elfmeter schießen will und wenn sich jemand offensichtlich da rausnimmt und keine Verantwortung übernimmt, was ich so nicht erwartet hätte …“, bilanzierte van Almsick im Podcast „Kerners11“.

Franziska van Almsick fällt ein vernichtendes Urteil über Leon Goretzka
Franziska van Almsick fällt ein vernichtendes Urteil über Leon GoretzkaFranziska van Almsick fällt ein vernichtendes Urteil über Leon Goretzka© IMAGO/APress

Moderator Johannes B. Kerner, der aktuell für MagentaTV arbeitet, hakte schnell nach: „Du meinst Leon Goretzka?“ „Absolut. Das war für mich die Kirsche auf der Torte“, antwortete die Schwimm-Weltmeisterin von 1994. „Das ist das, was mich am meisten an unserer Gesellschaft, aber auch jetzt bei unserer Fußball-WM oder den Spielen unserer Nationalmannschaft ärgert. Kritikfähig zu sein und Verantwortung zu übernehmen.“

Der 48-Jährigen ginge es dabei nicht darum, dass man keine Fehler mehr machen dürfe. Vielmehr darum, „zu seinen Fehlern zu stehen“. Sinnbildlich dafür sah van Almsick Goretzkas Verhalten. „Er wirkte auf mich nicht ängstlich. Aber er wollte einfach nicht der Buh-Mann sein, wenn es nicht klappt.“

Van Almsick: „Dann war Tah der Buh-Mann, ja, super“

Der Hintergrund: Nach dem deutschen WM-Aus nach Elfmeterschießen kursierten Aufnahmen durch die Medien, die zeigen, wie Joshua Kimmich sich nach der Verlängerung auf die Suche nach den möglichen Schützen begab und Goretzka darauf ablehnend reagierte. Letztendlich musste Jonathan Tah aus elf Metern ran.

Der Innenverteidiger trat zum ersten Elfmeter in seiner Profikarriere an – und verschoss. „Der Buh-Mann war dann Tah, ja super. Jemand anderen reinlaufen zu lassen, um sich selbst aus dem Feuer zu nehmen, weil man sagt: Die letzten Spiele habt ihr mich nicht gebraucht und jetzt komme ich und bin der Buh-Mann am Ende. Die Situation war sehr unglücklich.“

Ein hartes Urteil der zweimaligen Schwimm-Weltmeisterin, die Fan und Mitglied der TSG Hoffenheim ist.