Der frühere Bundesliga-Trainer Christian Streich nimmt beim nächsten Neuaufbau im deutschen Fußball auch die ehemaligen Stars in die Pflicht. „Unsere Ausbildung ist nicht schlecht. Ich kann das beurteilen, ich war 17 Jahre in der Jugend, die ist gut. Aber wir müssen schauen, dass wir es gut kanalisieren“, sagte Streich im ZDF-Morgenmagazin.

Und weiter: „Wir brauchen Vorbilder, ehemalige Spieler, die nicht nur Werbung machen, die nicht nur nach dem Geld schauen, sondern vielleicht auch andere Werte vermitteln. Das wäre auch nicht schlecht.“

Christian Streich fordert echte Vorbilder für den deutschen Fußball-Nachwuchs
Christian Streich fordert echte Vorbilder für den deutschen Fußball-NachwuchsChristian Streich fordert echte Vorbilder für den deutschen Fußball-Nachwuchs© picture-alliance/Wagner/SID/Ulrich Wagner

Der Weltmeister Spanien gebe die Richtung vor. „Schauen Sie sich nur Luis de la Fuente an“, sagte Streich mit Blick auf den Trainer der Champions: „Wenn ich diesen Mann sehe, muss ich sagen: Das ist ein Vorbild.“

Streich traut Klopp Aufgabe zu

Warum? „Luis de la Fuente ist ein Ausbildungstrainer. Er ist mit Rodri schon vor elf Jahren in der U19 Europameister geworden. Er kennt die Spieler in- und auswendig, was ganz wichtig ist. Vertrauen, Ehrlichkeit – wenn du ihm eine Minute zuhörst, weißt du genau, dass er das verkörpert. Das wird oft unterschätzt im Fußball. Dieses Wissen, dass das, was besprochen wird, in den vier Wänden bleibt, ist enorm wichtig.“

Dem designierten Bundestrainer Jürgen Klopp traue er die Aufgabe zu, ergänzte Streich. „Ich hoffe, dass es um ihn nicht so unruhig wird, wie es um Julian (Nagelsmann) teilweise war. Das wünsche ich ihm“, sagte er.