Der Vater von Erling Haaland hat sich nach dem turbulenten WM-Aus Norwegens über die Leistung der Schiedsrichter beschwert. Alf-Inge Haaland machte seiner Wut über diverse Entscheidungen erst im Stadion und dann in den Sozialen Medien Luft.

„Gerettet durch den Schiedsrichter“, schrieb der einstige Profi mit Blick auf die Engländer, die sich in der Verlängerung mit 2:1 durchgesetzt hatten. Er wünsche der sportlichen Wahlheimat seines Sohnes nun zwar den Titel, erklärte aber auch: „Ich finde, dass wir heute bestohlen wurden.“

Clément Turpin stand mehrmals im Mittelpunkt
Clément Turpin stand mehrmals im MittelpunktClément Turpin stand mehrmals im Mittelpunkt© IMAGO/NTB

Auf einen X-Beitrag, der den englischen Matchwinner Jude Bellingham feierte, antwortete Haaland gehässig: „Gut gemacht, Bellingham und Schiedsrichter.“ Mit seiner Sichtweise dürfte der Ex-Verteidiger so manchem Landsmann aus der Seele gesprochen haben.

Haalands Vater mit abfälliger Geste im TV

Es waren mehrere strittige Situationen, die Haaland senior irritiert hatten. Deutlich fiel noch während des Spiels seine Reaktion auf einen vermeintlichen Elfmeter für die Three Lions in der 101. Minute aus – der aber letztlich von Schiedsrichter Clément Turpin zurückgenommen wurde.

Haaland, der von den TV-Kameras eingefangen wurde, deutete erst eine Schwalbe an, machte dann eine abfällige Geste und sagte, wie unschwer zu erkennen war: „F*** off!“

Die ebenso bizarre wie ungewöhnliche Szene um die Spider-Kamera wird ihm ebenfalls nicht gefallen haben.

Besonders bitter war für Haalands Vater, dass ein Foulspiel seines Sohnes zur Annullierung eines norwegischen Tores geführt hatte. Erling Haaland schubste seinen Gegenspieler vor einer Ecke, weshalb die Standardsituation nach einem VAR-Eingriff wiederholt wurde.

Die Szene erinnerte an das vermeintliche Foul von Waldemar Anton vor dem zurückgenommenen Treffer von Jonathan Tah beim deutschen Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay.

Norwegens Spieler und Experten fassungslos

„Oh mein Gott“, kommentierte Haaland senior nach Norwegens Pech. Mit seinem Unglauben war er dabei nicht alleine. „Wenn das ein Freistoß ist, dann müsste ich fast in jedem Zweikampf, in jedem Spiel einen Freistoß bekommen – denn ich werde ständig geschubst und an der Kleidung gezogen. Ich finde das zu lasch“, sagte Erling Haaland laut NRK.

Die Zeitung sprach von einem „Skandal“, der Ex-Trainer und TV-Experte Lars Tjaernes kommentierte: „Was für eine totale Farce der VAR für den Fußball ist.“

Und auch Norwegens Torschütze Andreas Schjelderup befand: „Wenn das ein Freistoß ist und man die Messlatte so hoch legt, dann müsste es auf jeden Fall extrem viele Elfmeter in die andere Richtung geben. Es ist völlig verrückt, dass man in einem so wichtigen Spiel so entscheidet. Es ist eigentlich völlig verrückt, dass es gegen uns gepfiffen wird.“