Anders als bei der Fußball-WM soll das Zuhalten des Mundes in einer Konfrontation in UEFA-Wettbewerben nicht mit einem Platzverweis bestraft werden. Nach SID-Informationen informierte die Europäische Fußball-Union (UEFA) ihre Mitgliedsverbände am Donnerstag über das geplante Vorgehen für die kommende Saison in der Champions League, Europa League und Conference League.

Schiedsrichter dürften aber je nach Bewertung der Situation das Bedecken des Mundes „zur Verschleierung der Kommunikation als unsportliches Verhalten ansehen und mit einer Gelben Karte bestrafen können“, hieß es in einer Mitteilung an die Mitgliedsverbände. Etwaige disziplinarische Ermittlungen oder Verfahren im Anschluss sind ungeachtet dessen möglich. Zuerst hatte die BBC darüber berichtet.

Sah nach neuem Reglement für die Hand vor dem Mund die Rote Karte: Piero Hincapié
Sah nach neuem Reglement für die Hand vor dem Mund die Rote Karte: Piero HincapiéSah nach neuem Reglement für die Hand vor dem Mund die Rote Karte: Piero Hincapié© picture-alliance/XinHua/SID/Francisco Canedo

Die neue Regel, die das International Football Association Board (IFAB) für die WM in den USA, Mexiko und Kanada beschlossen hatte, griff bei der Endrunde bislang zweimal. Paraguays Miguel Almirón und Ecuadors Piero Hincapié wurden des Feldes verwiesen. Für diese Art der Bestrafung hatte sich FIFA-Präsident Gianni Infantino eingesetzt.

WM: Vorfall um Viní Jr. als Auslöser

Auslöser für die Einführung der Regel war die Aufregung um Gianluca Prestianni von Benfica Lissabon, der Vinícius Júnior von Real Madrid im Playoff-Duell der Champions League rassistisch beleidigt haben soll und sich dabei das Trikot vor den Mund gezogen hatte.

Für die Europacup-Wettbewerbe werden dagegen wie bei der WM die Befugnisse des Video-Assistenten (VAR) erweitert. So sollen falsch gegebene Ecken künftig per Videobeweis überprüft werden. Spieler, die aus Protest das Spielfeld verlassen, werden anders als bei der Endrunde in den UEFA-Wettbewerben aber nicht mit einer Roten Karte bestraft.