Das Schicksal von Bundestrainer Julian Nagelsmann und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist längst auch Thema der hohen Politik. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille wurde am Dienstag auf der Pressekonferenz der Bundesregierung angesichts der neuerlichen WM-Blamage auch nach Nagelsmann gefragt.

Hat Bundeskanzler Friedrich Merz vielleicht einen Tipp an den Deutschen Fußball-Bund (DFB), wie mit Nagelsmann und der Trainer-Entscheidung zu verfahren sei? Hille wiegelte ab. „Der Bundeskanzler ist Bundeskanzler und kümmert sich um die Dinge, um die sich ein Bundeskanzler kümmert“, sagte er und ergänzte: „Diese Fragen – Umgang, Nachbearbeitung – sind Fragen, um die sich der DFB, der Deutsche Fußball-Bund, zu kümmern hat. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie das tun werden.“

Das macht der DFB. Präsident Bernd Neuendorf hatte nach dem 3:4 i.E. gegen Paraguay im Sechzehntelfinale angekündigt, man werde nun nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Nagelsmann (Vertrag bis 2028), der seinen Willen zum Weitermachen bekundet hatte, muss um seinen Job bangen.

„Wichtig, dem Land Trost zuzusprechen“

Kanzler Merz hatte nach dem Aus mit zwei vielfach kritisierten Beiträgen bei X unter anderem seinen „Stolz“ auf die Nationalmannschaft zum Ausdruck gebracht. „Natürlich ist der Bundeskanzler enttäuscht vom Ausscheiden der Fußball-Nationalmannschaft – wie jeder Fußball-Fan“, erläuterte Hille, „überhaupt keine Frage. Auch er hatte sich ein bisschen mehr erhofft.“ Aber, alte Sportler-Weisheit: „Mal gewinnt man, mal verliert man. Und in diesem Fall ist das Ergebnis bekannt.“

In solch bitteren Momenten sei es allerdings „wichtig, dem Land Trost zuzusprechen“ und bei den Menschen, „die hier leben“, für Zusammenhalt zu werben. „Es ist einfach, gemeinsam Erfolge zu feiern“, sagte Hille: „Aber dem Bundeskanzler ist es wichtig, gerade in Momenten einer solch schweren Niederlage zusammenzustehen. Und das hat er damit zum Ausdruck gebracht.“