Lionel Messi kniff die Augen zusammen und las interessiert: Als ihm die Trinkflasche von Englands Nationaltorhüter Jordan Pickford gereicht wurde, staunte Argentiniens Superstar nicht schlecht, einige seiner Mitspieler amüsierten sich herzhaft. Pickford war mit einem XXL-Spickzettel bestens vorbereitet für ein eventuelles Elfmeterschießen ins WM-Halbfinale gegangen – auf dem Aufkleber auf seiner Plastikflasche standen säuberlich gedruckt sämtliche Schussvorlieben der 23 Feldspieler der Albiceleste.
Bei Messi, der im Turnierverlauf zweimal verschossen hatte, lautete die Handlungsempfehlung an Pickford etwa: rechts antäuschen, nach links abtauchen. Bei Enzo Fernández sollte der Goalie des FC Everton einfach stehen bleiben, bei Thiago Almada lautete der Rat: Entscheide nach Tagesform („Feel on the Day“).
Zum Elfmeterschießen, das Englands Fußballer und ihre Fans so fürchten, kam es freilich nicht. Nachdem Argentinien den Rückstand durch Anthony Gordon (55.) durch den Doppelschlag von Fernández (85.) und Lautaro Martínez (90+2.) noch zum 2:1-Erfolg gedreht hatte, ließ der enttäuschte Pickford seine Flasche im Tor zurück. Über das Fundstück freute sich ein argentinischer Betreuer, der es belustigt den Spielern des Titelverteidigers zeigte.