Deutschlands Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat enttäuscht auf das Finale der Weltmeisterschaft zwischen Spanien und Argentinien (1:0 n.V.) reagiert und dabei besonders die passive Spielweise der Südamerikaner kritisiert.
„Sie wollten ein 0:0 über die Zeit retten und ins Elfmeterschießen gehen. Das hat für mich nichts mit Fußball zu tun. Das war ein langweiliges Endspiel“, rechnete der 65-Jährige bei der Bild mit der Leistung der Mannschaft um Lionel Messi ab.
„Argentinien wollte gar nicht nach vorne spielen und ist eigentlich nie in die gegnerische Hälfte gekommen“, betonte Matthäus, der auf der Gegenseite den Weltmeistern Respekt zollte: „Das liegt aber natürlich auch an den starken Spaniern.“
Matthäus fühlt sich an 1990 zurückerinnert
Bei dem Weltmeister von 1990 sind Erinnerungen an das Endspiel von vor 36 Jahren wachgeworden. „Das Spiel hat mich ein bisschen an 1990 (Deutschland gewann das WM-Finale durch einen verwandelten Elfmeter von Andreas Brehme, Anm. d. Red.) erinnert. Es hat nur eine Mannschaft gespielt“, sagte Matthäus, der das Spiel zuhause am Fernseher verfolgte.
Geärgert hat er sich vor allem über die mangelnde Fairness der Weltmeister von 2022. „Zum Schluss haben die aggressiven Argentinier dann auch noch unfair gespielt. Da hat man ja auch noch Szenen nach dem Spiel gesehen“, erklärte er und zog erneut einen Vergleich zu 1990. „Da ist der Frust herausgekommen, ähnlich wie es 1990 noch zwei Rote Karten gegeben hat.“
Argentinien hätte es nicht verdient: „Einfach zu wenig“
Die Spanier um Trainer Luis de la Fuente wollte er nicht zu kurz kommen lassen. „Spanien war natürlich gut. Spanien muss man loben“, hob Matthäus hervor. „Sie haben es immer wieder versucht, aber wenn nur eine Mannschaft mitspielt, dann fehlt mir die Spannung.“
„Kein Torschuss bis zur 120. Minute: Das war einfach zu wenig“, ordnete er die argentinische Leistung abschließend ein und zeigte sich deshalb glücklich, dass Spanien durch Ferran Torres (106.) noch der Siegtreffer gelungen war: „Ich freue mich deswegen, dass Spanien mit Rodri als Kapitän den Pokal in den Nachmittagshimmel von New York strecken konnte.“