Jetzt ist es auch offiziell! Julian Nagelsmann tritt infolge des WM-Debakels als Bundestrainer zurück. Wie der DFB am Freitagmittag verkündete, habe der 38-Jährige „bereits am Vortag in einem vertraulichen Gespräch mit der Verbandsspitze darum gebeten, ihn nach dem enttäuschenden Verlauf der FIFA Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko von seinen Aufgaben zu entbinden.“
Gesellschaftervertreter und Aufsichtsrat der DFB GmbH und Co. KG hätten auf Vorschlag von DFB-Präsident Bernd Neuendorf daraufhin „einstimmig die sofortige Auflösung des Vertragsverhältnisses mit Bundestrainer Julian Nagelsmann beschlossen“.
Nagelsmann-Aus nach WM-Debakel offiziell
Der 38-Jährige stimmte also der gesichtswahrenden Lösung zu, die ihm bei einem Krisengespräch in der DFB-Zentrale nahegelegt worden war. Das Aus für Nagelsmann war unausweichlich, alles deutete bereits auf eine Trennung hin.
Am Donnerstagvormittag hatte die DFB-Spitze Nagelsmann zu einem Krisengipfel in die Verbandszentrale in Frankfurt/Main geladen. Dieses Treffen sorgte für ein endgültiges Umdenken bei Nagelsmann.
In der Nacht zu Dienstag war die deutsche Mannschaft im Sechzehntelfinale in Foxborough gegen Paraguay (3:4 i.E.) ausgeschieden. „Ich stehe bereit, wenn man das möchte, und wenn man mich nicht möchte, muss man mir das sagen“, hatte Nagelsmann anschließend bei MagentaTV gesagt und im ZDF ergänzt: „Ich bin keiner der wegläuft.“ Nagelsmann hatte das Amt im September 2023 von Hansi Flick übernommen.
DFB-Plan: Nagelsmann zum Rücktritt bewegen
Die Gründe für das Vorgehen des DFB, Nagelsmann zum Rücktritt zu bewegen, sind vielschichtig: So wollen die Bosse um DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Geschäftsführer Andreas Rettig, Sportdirektor Rudi Völler sowie Vize-Präsident Hans-Joachim Watzke genau die Geschlossenheit symbolisieren, die sie in den vergangenen Jahren mühsam aufgebaut haben.
Selbst Völler, bislang Nagelsmanns größter Unterstützer, soll von seinem Schützling abgerückt sein.
Nagelsmann hatte sich vor der Rückkehr aus den USA noch Illusionen hingegeben, sein Job sei zu retten. Er werde den Bossen schon „Argumente liefern“ für seine Weiterbeschäftigung, sagte er gewohnt selbstsicher. Der Verband wisse, was er an ihm habe. „Jeder weiß, wie ich als Trainer ticke.“
Die Verbandsspitze hörte sich Nagelsmanns Version des Scheiterns zwar noch an, ihr Urteil aber war klar. Eine Abfindung in Höhe eines Jahresgehalts sollte Nagelsmann, der noch bis zur EM 2028 gebunden ist, den vollzogenen Ausstieg schmackhaft machen.
Wie SPORT1 erfahren hat, wog beim DFB das Finanzielle aber deutlich schwerer als die öffentliche Wahrnehmung. Denn durch das frühe Ausscheiden gingen den Verantwortlichen mehrere Millionen an FIFA-Prämien durch die Lappen.
Nagelsmanns Arbeitspapier war bis Sommer 2028 gültig und hätte dem Übungsleiter geschätzte sieben Millionen Euro pro Jahr eingebracht. Hätte sich Nagelsmann nicht zu einem freiwilligen Rücktritt entschieden, hätte er also noch rund 14 Millionen (zwei Jahresgehälter) einstreichen können – auch bei einer Entlassung.
Klopp soll Nagelsmann beerben
Auch wer sein Nachfolger werden soll, ist schon klar: Der DFB bestätigte in seiner Verkündung der Trennung selbst, dass man das Gespräch mit dem früheren Dortmunder und Liverpooler Meistertrainer Jürgen Klopp suchen werde. Dieser habe bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert.
Nagelsmann vor dem Aus: Wer könnte ihn beerben?
Noch hat er einen Vertrag als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull bis 2029, wo er „gerne“ arbeite. Es soll aber mindestens eine mündliche Zusage geben, wonach er bei einem DFB-Angebot aussteigen kann.
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