Lothar Matthäus warnt davor, in der deutschen Nationalmannschaft zu viel zu verändern. „Was den Kader betrifft, bin ich der Meinung, dass wir keinen Totalumbruch brauchen“, schrieb der 65-Jährige in seiner Sky-Kolumne und fügte hinzu: „Ich finde, dass wir nicht nur auf 19- oder 20-Jährige setzen sollten. Es gibt Spieler, die seit längerer Zeit Erfahrung gesammelt haben und die dem DFB-Team helfen können. Dazu gehören auch Karim Adeyemi mit seinen 24 Jahren und Serge Gnabry.“
Auch zur Frage nach dem richtigen Schlussmann äußerte sich Matthäus zurückhaltend. „Im Tor sollten Oliver Baumann und auch Marc-André ter Stegen nach wie vor ein Thema sein, vor allem, weil wir ansonsten sehr viele unerfahrene Spieler im Kader haben. Es geht nicht nach dem Alter. Wenn ter Stegen (34) und Baumann (36) ihre Leistungen bringen, könnten sie die nächste WM spielen“, betonte der Rekordnationalspieler.
Urbig Nummer 1? Matthäus schreibt ter Stegen und Baumann nicht ab
Die deutsche Nationalmannschaft war bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko im Sechzehntelfinale nach Elfmeterschießen gegen Paraguay ausgeschieden. Schon bei den Weltmeisterschaften 2022 in Katar und 2018 in Russland hatte das DFB-Team die Gruppenphase nicht überstanden. Bundestrainer Julian Nagelsmann räumte anschließend seinen Posten, Jürgen Klopp soll seine Nachfolge antreten. Gleichzeitig wurden immer wieder weitreichende Veränderungen im Kader gefordert.
SPORT1-Experte Stefan Effenberg etwa bekräftigte am Wochenende im FIROCKX.ONE WM Doppelpass seine Ansicht, dass Klopp auf Jonas Urbig als neue Nummer 1 setzen sollte – Matthäus sieht es anders.
Wem Effenberg den Rücktritt nahelegt – und wem nicht
„Ter Stegen steht vor einem Wechsel zu Ajax, einem Top-Verein in den Niederlanden, zwar keine Top-5-Liga wie auch die Türkei, wo Alexander Nübel spielt“, so Matthäus weiter: „Ich weiß nicht, welchen Maßstab Klopp anlegt, aber wenn du bei Klubs wie Ajax oder Besiktas spielst, bist du nicht weit entfernt von den Top-Ligen.“
In Bezug auf die Feldspieler ergänzte Matthäus: „Wenn Adeyemi in Barcelona den Fußball in den Mittelpunkt stellt, dann ist er mit seiner Geschwindigkeit und seinen technischen und Abschluss-Fähigkeiten auch auf jeden Fall wieder ein Kandidat für die Nationalmannschaft, ähnlich wie Gnabry, der die WM verletzungsbedingt verpasst hat. Abgesehen von der Partie gegen die Elfenbeinküste, als Undav und Leweling für frischen Wind gesorgt haben, hatten wir häufig Defizite in den Zweikämpfen. Ein Adeyemi weiß, sich durchzusetzen, ein Gnabry auch.“