Das Comeback von Manuel Neuer bei der WM hat für Schlagzeilen gesorgt. Doch den jüngsten Bericht, wonach die Rückkehr im Trainerteam des mittlerweile zurückgetretenen Bundestrainers Julian Nagelsmann fast zu einem personellen Beben geführt hätte, hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nun entschieden zurückgewiesen.

Wirbel um Neuer-Comeback! DFB bezieht Stellung

„Der DFB dementiert einen Alleingang von Julian Nagelsmann in Bezug auf die Torwartfrage ebenso wie eine Rücktrittsandrohung von Andreas Kronenberg“, teilte der Verband mit.

Julian Nagelsmann machte bei der WM Manuel Neuer (l.) wieder zur Nummer eins
Julian Nagelsmann machte bei der WM Manuel Neuer (l.) wieder zur Nummer einsJulian Nagelsmann machte bei der WM Manuel Neuer (l.) wieder zur Nummer eins© IMAGO/MIS

Der DFB verwies zudem auf ein Interview des Torwarttrainers Kronenberg vor WM-Beginn. Dort erklärte der 51-Jährige selbst, dass das Trainerteam Nominierungsentscheidungen intern kontrovers und kritisch diskutiere, sich dann aber gemeinsam entscheide und geschlossen hinter diesen Entscheidungen stehe.

Zuvor hatte ran berichtet, dass Torwarttrainer Kronenberg angeblich überlegt haben soll, seinen Posten aufzugeben, weil Nagelsmann die Personalie Neuer im Alleingang entschieden haben soll.

Neuer war zwei Jahre nach seinem Rücktritt im Anschluss an die EM für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada wieder in den Kreis der Nationalmannschaft zurückgekehrt. Oliver Baumann, der die WM-Quali als Nummer eins bestritten hatte, rückte dafür ins zweite Glied.

DFB dementiert Neuer-Einflussnahme

Zugleich dementierte der Verband, „dass Manuel Neuer in irgendeiner Form Einfluss auf die Nominierung genommen oder Bedingungen für sein Comeback gestellt habe, dass Alexander Nübel aus dem Kader gestrichen oder Jonas Urbig aufgenommen werden müsse“.

Damit widersprach der DFB einer weiteren Darstellung in dem Bericht, dass es sich bei der Entscheidung, Urbig als Trainingstorhüter mit zum Turnier zu nehmen, um einen Kompromiss für Neuer gehandelt haben soll.

Verhältnis zwischen Neuer und Nübel seit Zeit beim FC Bayern belastet

Das Verhältnis zwischen Nübel und Neuer gilt aufgrund der gemeinsamen Zeit beim FC Bayern als belastet. Nübel wechselte 2020 ablösefrei von Schalke 04 perspektivisch als Nachfolger von Neuer zum Rekordmeister, doch die Hoffnungen erfüllten sich nicht.

Neuer war seinerzeit nicht bereit, die von der sportlichen Führung bereits an Nübel zugesagten Einsätze an seinen designierten Erben abzutreten. Nach Leihen zur AS Monaco und zum VfB Stuttgart trennten sich nun die Wege endgültig und Nübel schloss sich Besiktas Istanbul an.

„Zwischenmenschlich hat es zwischen den beiden nicht gefunkt“, bestätigte der frühere Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic im Mai im SPORT1 Doppelpass. „Neuer und Nübel haben sich nicht verstanden, und Manuel hat auch keine Spiele abgegeben. Deswegen war das für Alex unbefriedigend.“