Vor seinem früheren Wohnzimmer spricht Guido Buchwald Klartext. Am Stadion des VfB Stuttgart, wo der Weltmeister von 1990 einst große Erfolge feierte und dem Klub heute noch als Botschafter verbunden ist, trifft SPORT1 den 65-Jährigen zum Interview.
Buchwald analysiert den Absturz des deutschen Fußballs nach dem frühen WM-Aus, fordert tiefgreifende Veränderungen – und geht mit dem zurückgetretenen Bundestrainer Julian Nagelsmann hart ins Gericht. Außerdem erklärt der frühere Abwehrchef, warum Jürgen Klopp, der Wunschtrainer vieler Fans, jetzt die große Chance für einen Neuanfang wäre.
SPORT1: Herr Buchwald, womit beschäftigen Sie sich derzeit hauptsächlich?
Guido Buchwald: Ich führe eine Marketingagentur und halte Vorträge. Außerdem engagiere ich mich im Jugendbereich und bei Fußballcamps. Langweilig wird es also nicht.
„Keinen überzeugenden Fußball gespielt“
SPORT1: Ist das Aus der deutschen Nationalmannschaft bei dieser WM der Tiefpunkt des deutschen Fußballs oder erst der Beginn einer noch tieferen Krise?
Buchwald: Das ist eine schwierige Frage. Wir beobachten seit Jahren eine negative Entwicklung im deutschen Fußball. Dabei muss man die vergangenen Turniere mit einbeziehen. Auch die Europameisterschaft war aus meiner Sicht eher enttäuschend. Das wurde teilweise durch einzelne Spiele und Diskussionen überdeckt, aber insgesamt haben wir keinen überzeugenden Fußball gespielt. Schon davor war die Entwicklung nicht positiv. Es ist mittlerweile die dritte Weltmeisterschaft in Folge, bei der Deutschland enttäuscht hat. Bei der WM 2018 und 2022 sind wir in der Vorrunde gescheitert, jetzt im Sechzehntelfinale. Natürlich haben wir einen ganz anderen Anspruch. Gleichzeitig müssen wir die Leistungsfähigkeit der aktuellen Mannschaft realistisch einschätzen. Auf mehreren Positionen sind wir nicht optimal besetzt und haben einige Problemfelder.
SPORT1: Fehlt Deutschland aktuell schlicht die Qualität, oder liegen die Probleme tiefer?
Buchwald: Mit Spielern wie Jamal Musiala oder Florian Wirtz verfügen wir zwar über außergewöhnliche Talente, allerdings waren sie bei der aktuellen WM nicht in Topform. Auch Joshua Kimmich ist für mich weiterhin ein Spieler von Weltklasseformat. Trotzdem brauchen wir jetzt einen klaren Neuanfang. Der Trainer (Julian Nagelsmann, d. Red.) ist zurückgetreten, und ich hoffe, dass nun grundlegende Veränderungen angestoßen werden. Diese müssen bereits im Jugendbereich beginnen. Die Arbeit in den Nachwuchsleistungszentren muss kritisch hinterfragt werden. Aus meiner Sicht muss dort wieder stärker der Leistungsgedanke in den Mittelpunkt rücken. Wir sollten jeden Bereich genau analysieren und uns fragen: Warum sind Nationen wie Frankreich oder Spanien derzeit weiter als wir?
SPORT1: Fehlt der Nationalmannschaft derzeit vor allem Qualität, Mentalität oder Führung?
Buchwald: Der Nationalmannschaft fehlt es derzeit vor allem an Mentalität. Für mich ist Mentalität die Grundlage jeder Qualität. Im Mannschaftssport gibt es keine Qualität ohne Mentalität. Jeder Spieler muss bereit sein, etwas für das Team zu investieren und auch persönliche Interessen zurückzustellen. Erfolg entsteht nur gemeinsam. Das bedeutet auch, für Mitspieler zusätzliche Wege zu gehen, Verantwortung zu übernehmen und die eigene Rolle im Team zu akzeptieren. Wenn jeder zuerst an sich selbst denkt, wird es schwierig, als Mannschaft erfolgreich zu sein.
SPORT1: Klingt das nicht auch nach einer unbequemen Wahrheit: Die Generation 1990 hatte vielleicht weniger Talent, aber mehr Sieger?
Buchwald: Ja, das würde ich schon so sehen. Wir hatten damals einen klaren Fokus. Natürlich gab es auch in unserer Mannschaft unterschiedliche Charaktere, und nicht jeder war mit jedem eng befreundet. Klinsmann und Matthäus waren keine besten Freunde. Aber wir haben uns gegenseitig respektiert und wussten, dass wir unsere großen Ziele nur gemeinsam erreichen können. Weltmeister zu werden, stand für uns über allem. Diesen Teamgedanken hat auch Franz Beckenbauer als Teamchef vorgelebt. Er hatte eine natürliche Autorität.
Buchwald: „Es fehlte der Biss, sich durchzusetzen“
SPORT1: Wenn Sie die heutige Nationalmannschaft mit Ihrer Generation vergleichen: Was fehlt Ihnen am meisten?
Buchwald: Vor allem die Bereitschaft, sich zu wehren und Widerstände anzunehmen. Gegen Paraguay fehlte der Biss, sich durchzusetzen. Man hat in einigen Spielen den Eindruck gehabt, dass die Mannschaft sich zu schnell ihrem Schicksal ergibt. Positiv aufgefallen ist mir Jamal Musiala, weil er sich gewehrt und Emotionen gezeigt hat. Der war sauer, wie es lief. Insgesamt hat mir ein Stück weit die Entschlossenheit gefehlt, ein Spiel aktiv zu verändern. Die Mannschaft hat sich aus meiner Sicht zu früh ihrem Schicksal ergeben. Das war enttäuschend. Führungsspieler müssen ein Spiel lesen können. Sie müssen erkennen, wenn sich die Dynamik verändert und darauf reagieren. Als Kapitän beim VfB Stuttgart habe ich oft gespürt, wenn der Gegner stärker wurde. Dann musste man die Mannschaft anders ausrichten, vielleicht einmal zehn Minuten konsequent verteidigen, um wieder Stabilität zu bekommen. Solche Rhythmuswechsel innerhalb eines Spiels müssen von erfahrenen Spielern erkannt und gesteuert werden. Das habe ich bei Deutschland nicht gesehen.
SPORT1: Die aktuelle Situation ist also das Ergebnis einer jahrelangen Fehlentwicklung.
Buchwald: Richtig. Das ist kein Problem, das erst bei dieser Weltmeisterschaft entstanden ist, sondern ein längerfristiger Prozess. Ich sehe beispielsweise die Entwicklung im Jugendbereich kritisch. Wenn nur noch Spielformen ohne Ergebnisdruck im Vordergrund stehen und Zweikämpfe oder Leistungsprinzipien an Bedeutung verlieren, dann fehlt jungen Spielern irgendwann auch die Erfahrung, mit Druck, Niederlagen und Wettbewerb umzugehen. Heute ist ein junger Spieler nach drei guten Spielen gleich bei der Nationalmannschaft dabei. Wir haben nicht genug Qualitätsspieler in der Menge. Für mich spiegelt sich darin auch eine gesellschaftliche Entwicklung wider. Leistung darf kein Tabuthema sein. In der Schule haben selbst die Bundesjugendspiele nicht mehr denselben Stellenwert wie früher. Natürlich muss alles fair ablaufen, aber man muss auch lernen, Niederlagen zu akzeptieren und daraus Motivation für die Zukunft zu ziehen. Das Leistungsprinzip hat aus meiner Sicht an Bedeutung verloren.
SPORT1: Julian Nagelsmann ist zurückgetreten. War dieser Schritt aus Ihrer Sicht unausweichlich?
Buchwald: Ja. Für mich hatte Nagelsmann die Mannschaft am Ende verloren – auch durch seine Kommunikation nach außen. Da hat er sehr unglücklich agiert. Es gab einige Themen im Vorfeld, etwa die Diskussion um Neuer oder Undav. Hinzu kamen Aussagen nach Spielen, die nicht immer mit der Wahrnehmung der Spieler übereinstimmten. Die Spieler sagten, es sei eine Kopfsache gewesen, weil man sich nach zwei Siegen bereits zu sicher gefühlt habe. Nagelsmann hingegen erklärte, es sei keine Kopfsache gewesen. Wenn es zwischen Trainer und Führungsspielern unterschiedliche Auffassungen gibt und diese auch öffentlich sichtbar werden, verliert ein Trainer irgendwann die Kabine. Die Trennung war die logische Konsequenz.
SPORT1: Was werfen Sie Julian Nagelsmann konkret vor?
Buchwald: „Vorwerfen“ ist vielleicht das falsche Wort. Ich glaube einfach, dass ihm für die Aufgabe als Nationaltrainer noch ein Stück Erfahrung gefehlt hat. Nagelsmann war einfach nicht reif genug für eine Nationalmannschaft. Es ist etwas anderes, einen Verein zu trainieren oder die besten Spieler einer Nation zu führen und unterschiedlichste Charaktere zusammenzubringen. Ein Nationaltrainer muss auch nach außen hervorragend kommunizieren und die Mannschaft als Einheit präsentieren. Da hat Nagelsmann schwere Fehler gemacht. Und da sehe ich bei ihm noch Entwicklungspotenzial. Das muss er beim nächsten Job besser machen. Nagelsmann ist ohne Frage ein sehr guter Trainer, aber er wird aus dieser Erfahrung lernen müssen.
Undav? „Entscheidung konnten viele nicht nachvollziehen“
SPORT1: Hatte er sich mit einigen Entscheidungen selbst geschadet – etwa im Umgang mit Deniz Undav?
Buchwald: Diese Entscheidung konnten viele nicht nachvollziehen. Undav hat geliefert ohne Ende, da hat sich Nagelsmann einfach unklug verhalten. Wenn ein Spieler konstant gute Leistungen bringt, sollte ein Trainer ihn stärken und nicht öffentlich infrage stellen. Für einen Trainer ist es doch das Schönste, wenn ein Spieler regelmäßig liefert.
SPORT1: Ist Nagelsmann also mehr an sich selbst gescheitert als an der Mannschaft?
Buchwald: Das würde ich nicht so pauschal sagen. Am Ende gehören immer mehrere Faktoren dazu. Aber ein Trainer trägt natürlich Verantwortung dafür, welche Atmosphäre entsteht, welche Entscheidungen getroffen werden und wie eine Mannschaft geführt wird.
Gerade auf diesem Niveau entscheiden Details. Kommunikation, Vertrauen und der Umgang mit Spielern sind enorm wichtig. Da hat Julian aus meiner Sicht Fehler gemacht.
SPORT1: Welche Verantwortung trägt Nagelsmann für das erneute Scheitern bei einem großen Turnier?
Buchwald: Er ist der Cheftrainer, hat die Mannschaft zusammengestellt und die Verantwortung getragen. Er hat vor zwei Jahren nach der enttäuschenden Heim-EM selbst das Ziel ausgegeben, Weltmeister werden zu wollen. Deshalb muss man sagen: Nagelsmann hat keines seiner Ziele erreicht. Natürlich gibt es nie nur einen einzigen Grund für ein Scheitern. Es sind meist viele kleine Mosaiksteine, die zusammenkommen. Mir ist aber aufgefallen, dass wir in der Vorbereitung kaum gegen südamerikanische Mannschaften gespielt haben. Bei einem Turnier muss man auf unterschiedliche Spielstile vorbereitet sein. Auch die Tatsache, dass Joshua Kimmich als Kapitän gegen Paraguay kurzfristig Elfmeterschützen suchen musste, hat mich erschüttert. In K.o.-Spielen muss eine Mannschaft auf ein Elfmeterschießen vorbereitet sein. Das sind Kleinigkeiten, die in Summe entscheidend sein können.
SPORT1: Bei Julian Nagelsmann ging es nach dem Aus auch um seine öffentlichen Auftritte. Direkt nach dem Ausscheiden wollte er noch weitermachen.
Buchwald: Auch da war Nagelsmann nicht souverän. Direkt nach einer solchen Niederlage steht man unter Schock. Möglicherweise spielte auch seine Vertragssituation eine Rolle. Es wäre aber in jedem Fall besser gewesen, zunächst etwas Abstand zu gewinnen, eine Nacht darüber zu schlafen und dann gemeinsam mit den Verantwortlichen die Situation zu analysieren. Letztlich haben Nagelsmann und der DFB eine Entscheidung getroffen, die akzeptiert werden muss. Wichtig ist jetzt, nach vorne zu schauen und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Der Cut wurde gemacht.
Nagelsmann? „Muss noch einiges lernen“
SPORT1: Tut Ihnen Nagelsmann leid? Er galt die vergangenen Jahre als der Trainer schlechthin.
Buchwald: Was heißt leid tun? Er wurde von den Medien in den vergangenen Jahren schon sehr zum Startrainer hochgeschrieben. Er ist bestimmt ein sehr guter Fußballlehrer, aber er muss noch einiges lernen, was zum Trainerjob dazu gehört. Da ist so ein Rückschlag vielleicht ganz gut, um daraus zu lernen. Dann kann er es bei der nächsten Aufgabe besser machen.
SPORT1: Wie sehen Sie Rudi Völler, der ja mit Nagelsmann sehr gut konnte? Nach SPORT1-Informationen denkt auch Völler darüber nach, von sich aus aufzuhören. Wäre das der nächste logische Schritt?
Buchwald: Nein. Ich hoffe, dass Rudi bleibt. Er ist für mich eines der Gesichter des deutschen Fußballs. Für mich haben wir die beiden besten Länderspiele der jüngeren Vergangenheit unter ihm als Interimstrainer gemacht. Er bringt unglaublich viel Erfahrung mit und weiß genau, worauf es jetzt ankommt. Natürlich hat er sich damals für Julian entschieden, aber das ändert nichts an seiner Qualität. Aus meiner Sicht sollte der Neuanfang mit Rudi Völler und einem neuen Trainer gestaltet werden.
SPORT1: Viele sehen Jürgen Klopp als Wunschlösung. Ist er auch für Sie der richtige Mann?
Buchwald: Ich würde mich freuen, wenn Jürgen Klopp das machen würde. Er wäre der Richtige, verfügt über enorme Erfahrung, genießt bei Spielern sowie international großes Ansehen. Und er hat bewiesen, dass er Mannschaften entwickeln und begeistern kann. Außerdem traue ich ihm zu, auch strukturelle Themen anzustoßen und Impulse für die Nachwuchsarbeit zu geben. Er verkörpert Siegermentalität und Teamgeist – genau die Eigenschaften, die wir derzeit brauchen. Natürlich gibt es nicht nur einen geeigneten Kandidaten. Aber wenn der DFB Klopp als Wunschlösung betrachtet, sollte man alles daransetzen, ihn zu überzeugen.
Neuigkeiten vom DFB? Das sagt Klopp
SPORT1: Aber ist genau dieses Denken nicht vielleicht auch Teil des Problems im deutschen Fußball – dass immer der eine große Retter gesucht wird? Erst Hansi Flick, dann Julian Nagelsmann, jetzt möglicherweise Jürgen Klopp?
Buchwald: Natürlich darf man nicht glauben, dass ein einzelner Trainer alle Probleme löst. Dafür sind die Themen im deutschen Fußball zu komplex. Es geht um Strukturen, Ausbildung und langfristige Entwicklungen. Aber der richtige Trainer kann wichtige Impulse geben, eine Richtung vorgeben und eine neue Mentalität vermitteln. Genau das traue ich Jürgen Klopp zu.
Klopp? „Sollte man nicht überbewerten“
SPORT1: Einige Fans sehen Klopp seit seiner Tätigkeit bei Red Bull kritischer. Auch durch seine Aussage mit dem „noch“ in Richtung Nagelsmann bei der WM hat er sich viel Kritik eingeheimst. Wie beurteilen Sie das?
Buchwald: Ich glaube, man sollte das nicht überbewerten. Jürgen Klopp hat über viele Jahre als Trainer auf höchstem Niveau gearbeitet. Nach dieser intensiven Zeit in Liverpool kann ich es nachvollziehen, dass er eine neue Aufgabe gesucht hat. Seine Entscheidung für Red Bull muss man respektieren. RB Leipzig ist heute ein etablierter Verein, natürlich steckt viel Geld bei Red Bull dahinter. Finanzielle Gründe dürften dabei kaum ausschlaggebend gewesen sein. Er wollte offenbar einfach noch einmal etwas Neues machen. Das ändert nichts an seinen fachlichen Qualitäten oder seiner Bedeutung für den deutschen Fußball. Natürlich hätte sich Klopp gefreut, wenn wir Weltmeister geworden wären.
SPORT1: Besteht nicht auch die Gefahr, dass selbst Jürgen Klopp scheitern könnte?
Buchwald: Jürgen Klopp schafft auch nicht alles. Im Fußball gibt es nie Garantien. Aber wenn man von einer Person überzeugt ist, sollte man nicht zuerst über Risiken sprechen. Wer eine solche Aufgabe übernimmt, tut das mit der festen Überzeugung, erfolgreich zu sein. Stand heute wäre Klopp für mich vor allem eine große Chance, den deutschen Fußball wieder erfolgreicher zu machen.
SPORT1: Würde das mit den beiden Alphatieren Völler und Klopp gutgehen?
Buchwald: Klares Ja. Rudi ist keiner, der anderen ständig hineinredet und beide haben schon so viel erreicht, da neidet keiner dem anderen etwas. Beide wollen die Nationalmannschaft wieder flott kriegen. Ich sehe bei Klopp kein Risiko.
SPORT1: Welche Konsequenzen sollte der DFB nun sportlich und strukturell ziehen?
Buchwald: Wir müssen vor allem im Jugendbereich noch genauer hinschauen. Es geht darum, wieder stärker den Leistungsgedanken zu fördern. Gewinnen muss im Sport weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Natürlich immer fair und mit den richtigen Werten, aber Erfolg und Wettbewerb gehören zum Fußball dazu. Aus einer breiten Basis müssen wieder mehr Spieler mit echter Siegermentalität hervorgehen. Deutschland war immer dann besonders erfolgreich, wenn Eigenschaften wie Mentalität, Ehrgeiz, Teamgeist, Kraft und Einsatzbereitschaft im Mittelpunkt standen. Daran sollten wir uns wieder stärker orientieren.
SPORT1: Sie haben von einem Kompetenzteam gesprochen. Wie sollte ein solches Modell aussehen?
Buchwald: Die Nationalmannschaft ist das Aushängeschild des deutschen Fußballs. Deshalb braucht es aus meiner Sicht noch mehr Fachkompetenz und Erfahrung im direkten Umfeld. Ich könnte mir ein Kompetenzteam vorstellen, in dem erfahrene Fußballpersönlichkeiten regelmäßig ihre unterschiedlichen Sichtweisen einbringen. Wichtig wäre, die vorhandene Erfahrung im deutschen Fußball besser zu nutzen und die Verbindung zwischen Nationalmannschaft und Nachwuchsbereich weiter zu stärken.
„Würde mir jede Anfrage anhören“
SPORT1: Würden Sie selbst Teil eines solchen Kompetenzteams werden?
Buchwald: Ich weiß nicht, ob ich dafür die richtige Person wäre. Natürlich habe ich durch meine Laufbahn viel Erfahrung gesammelt – sowohl im In- als auch im Ausland. Grundsätzlich würde ich mir aber jede Anfrage erst einmal anhören.
SPORT1: Abschließend: Wo steht Deutschland derzeit im internationalen Vergleich?
Buchwald: Es gibt momentan einige Nationen, die uns voraus sind. Frankreich, Spanien, Argentinien, Brasilien oder auch England gehören derzeit zur absoluten Spitze. Deutschland gehört für mich aktuell nicht mehr zum engsten Favoritenkreis bei großen Turnieren. Wir haben den Anschluss an die absolute Weltspitze ein Stück weit verloren. Von Titelträumen zu sprechen, halte ich im Moment für verfrüht. Davon sind wir momentan ein Stück entfernt.