Die Aufhebung der Rotsperre gegen Folarin Balogun für das WM-Achtelfinale der USA gegen Belgien beschäftigt nach wie vor die Fußball-Welt.
Auch wenn der Stürmer die klare 1:4-Niederlage des Co-Gastgebers nicht verhindern konnte, reißt die Empörung über die wohl unter Einfluss von US-Präsident Donald Trump getroffene FIFA-Entscheidung nicht ab.
Weniger empört als vielmehr zynisch reagierte nun Oliver Kahn auf die Begnadigung Baloguns. „Wenn wir anfangen, Fußballgeschichte nachträglich umzuschreiben, hätte ich da noch einen kleinen Vorschlag…“, beginnt die Torwart-Ikone ihren Beitrag auf Instagram und fährt fort: „Ich würde gerne die Gelbe Karte gegen Michael Ballack im WM-Halbfinale 2002, die zu seiner Sperre für das Finale geführt hat, nachträglich von der FIFA aberkennen lassen.“
Dazu postete Kahn ein Foto von Schiedsrichter Urs Meier, der dem DFB-Kapitän im Halbfinale gegen Südkorea die Gelbe Karte zeigt. Ohne Ballack verlor die deutsche Mannschaft das WM-Finale gegen Brasilien mit 0:2.
Kahn ist offensichtlich immer noch der Meinung, dass die DFB-Elf mit Ballack gute Chancen auf den Titel gehabt hätte. Denn er schloss seinen Beitrag mit den Worten: „Und wenn wir schon dabei sind, könnten wir das Finale gegen Brasilien gleich noch einmal spielen.“
Kahn hatte damals das erste Gegentor durch Ronaldo mit einem Patzer begünstigt, nachdem er zuvor ein überragendes Turnier gespielt hatte.
Fall Ballack führt zu Regeländerung
Seinen Wunsch wird ihm die FIFA nicht mehr erfüllen. Immerhin aber sorgte der Fall Ballack dafür, dass zur WM 2010 die Regeln so geändert wurden, dass die Gelben Karten nach dem Viertelfinale gelöscht werden.
Seitdem ist es nicht mehr möglich, dass ein Spieler nach einer Verwarnung im Halbfinale für das Endspiel gesperrt wird.