Nach dem historischen Erfolg brach er in Tränen aus: Mo Salah hat mit Ägypten den ersten K.o.-Sieg bei einer WM jemals eingefahren und sich nach einem Elfmeterkrimi gegen Australien durchgesetzt.
Der siebenmalige Afrikameister von Trainer Hossam Hassan gewann am Freitag das Sechzehntelfinale gegen Australien mit 4:2 nach Elfmeterschießen (1:1, 1:1) und löste das Ticket für die Runde der besten 16 Mannschaften.
Besonders lässig verwandelte Salah, der mit einem Panenka-Elfer erfolgreich war. Kurz nach Abpfiff liefen dem Superstar die Tränen übers Gesicht. „Das ist Historisch. Das Größte, was ich jemals erlebt habe. Wir müssen jetzt den Moment genießen“, sagte der von seinen Emotionen übermannte Salah.
„Wir hatten das Vertrauen, dass wir es gerade noch so schaffen. So muss es sein“, fuhr Salah fort. Im Achtelfinale dürfte es am kommenden Dienstag in Atlanta zum Duell mit Weltmeister Argentinien und Lionel Messi kommen. Argentinien muss aber vorher noch an Underdog Kap Verde vorbei.
WM-Pechvogel erzielt nächstes Eigentor
Emam Ashour (13.) schoss das Tor für die „Pharaonen“ vor 70.244 Zuschauern. Mohamed Hany (55., Eigentor) hatte für den Ausgleich gesorgt und damit unfreiwillig einen Negativrekord aufgestellt: Zwei Eigentore bei einer WM hatte zuvor noch kein Spieler erzielt. Hany war schon im Spiel gegen Belgien (1:1) der Pechvogel. Hossam Abdelmaguid traf entscheidend vom Punkt.
Für die Socceroos, die mit dem Überstehen der Gruppenphase einen Hype in der Heimat ausgelöst hatten, erfüllte sich der Traum vom ersten Erfolg in der K.o.-Runde dagegen nicht.
Einen ersten Teilerfolg erzielte Ägypten schon vor dem Anpfiff: Kapitän Salah, der im Spiel gegen den Iran (1:1) mit einer Oberschenkelzerrung ausgewechselt worden war, meldete sich rechtzeitig fit und stand in der Startelf. Ein weiteres Tor, mit dem er zum ägyptischen Rekordtorschützen – dem heutigen Nationaltrainer Hassan (69 Tore) – aufgeschlossen hätte, gelang ihm aber nicht. Ex-Bundesligaprofi Omar Marmoush spielte als Sturmspitze von Beginn an. Australien startete mit dem St.-Pauli-Duo Jackson Irvine und Connor Metcalfe.
Marmoush lässt große Chance liegen
Australien ließ sich zu Beginn in die eigene Hälfte zurückfallen, schaltete nach Ballgewinn aber blitzschnell um. Cristian Volpato verpasste den Traumstart knapp, der 22-Jährige scheiterte aus rund 25 Metern an der Latte (5.). Es folgte der frühe Schock: Nach einem Freistoß flankte Karim Hafez den Ball in den Strafraum, wo Ashour per Kopf vollendete – die im Vorfeld diskutierten Größenvorteile der Australier waren durch schlechtes Stellungsspiel ausgehebelt.
Ägypten blieb die dominante Mannschaft und verlagerte das Spiel zumeist in die gegnerische Hälfte. Australiens Umschaltaktionen sorgten nach dem schwungvollen Beginn kaum mehr für echte Gefahr, auch der Abschluss von Aziz Behich (35.) war kein Problem für Torhüter Mostafa Shobeir. Volpato (45.+1) schlenzte am langen Pfosten vorbei.
Sekunden nach Wiederanpfiff ließ Marmoush die große Chance auf das zweite Tor liegen. Freistehend schob der Ex-Frankfurter den Ball aus rund zehn Metern am Tor vorbei. Das rächte sich: Hany verlängerte einen Freistoß unglücklich ins eigene Tor.
Danach wurde es zäh. Der Partie mangelte es mehr und mehr an Höhepunkten. Zwischenzeitlich wurde es hektisch und ruppig. Erst in der Schlussphase der regulären Spielzeit war wieder mehr geboten. In der Nachspielzeit hatte Ramy Rabia den Sieg für Ägypten auf dem Kopf, scheiterte aber an Australiens Torwart Patrick Beach. Die Verlängerung verlief lange ereignisarm. Beide Teams scheuten das letzte Risiko.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)