Über dieses VAR-Eingreifen wird noch lange gesprochen werden. Bei der 4:5-Niederlage nach Elfmeterschießen im WM-Sechszehntelfinale gegen Paraguay sah Deutschlands Jonathan Tah nach seinem Kopfball-Tor zum 2:1 (103. Minute) in der Verlängerung bereits wie der Held aus – doch dann wurde das Tor aberkannt!
Nach einer Ecke von Nathaniel Brown hatte Tah am langen Pfosten wuchtig eingeköpft – doch in der Entstehung wurde Waldemar Antons Zweikampf mit Paraguays Torhüter Orlando Gill nach VAR-Intervenieren von Schiedsrichter Jalal Jayed als Foulspiel beurteilt.
Für Ex-Schiedsrichter und TV-Experte Patrick Ittrich völlig unverständlich: „Für mich ist das zu kleinlich. Natürlich gibt es einen Kontakt mit dem Torwart, aber ich sehe kein Wegstoßen, kein Wegdrücken, kein Festhalten“, beurteilte der 47-Jährige die Situation bei MagentaTV.
Gill war nach leichtem Kontakt mit Anton zu Boden gegangen, stand bei Tahs Kopfball aber bereits wieder. Während Schiedsrichter Jayed sich die Szene am VAR-Monitor an der Seitenlinie ansah, gab es hitzige Diskussionen mit den Lagern beider Mannschaften. Bundestrainer Julian Nagelsmann und sein Gegenüber Gustavo Alfaro zeigte der marokkanische Unparteiische in der Folge die Gelbe Karte.
WM: Schiedsrichter-Experte fällt klares Urteil
„Den Schutz im Fünfmeterraum gibt es nicht mehr. Er hat nicht in den Arm gegriffen, er hat ihn nicht weggedrückt, er hat ihn nicht festgehalten“, führte Ittrich aus. Seiner Expertise nach hätte der Video-Assistent nicht eingreifen sollen. „Er hat tendenziell ein bisschen geschoben – das ist irgendwie ok, im Rahmen, aber nicht in der Form, dass man hier hätte als VAR eingreifen können oder sollen.“
„Ganz davon abgesehen kann der Schiedsrichter seine Entscheidung ja auch nochmal bewerten, nachdem er die Bilder gesehen hat“, schob Ittrich hinterher.
Das Urteil des langjährigen Bundsliga-Schiedsrichters fiel deutlich aus: „Für mich daher nicht die richtige Entscheidung. Für mich am Ende leider die falsche Entscheidung vom Schiedsrichter und nicht korrekt.“
Am Ende verliert Deutschland im Elfmeterschießen mit 4:5.