Für Ex-Bundestrainer Berti Vogts war der berauschende WM-Auftakt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Curacao (7:1) nicht mehr als ein Trainingskick. „Ich muss es leider so hart sagen: Ein solches Spiel trägt zwar das Siegel WM, aber es war kein echtes WM-Spiel“, schrieb Vogts in seiner WM-Kolumne für die Rheinische Post.

Für ihn, betonte der 79-Jährige, belege dieses Ergebnis, „dass es wichtig ist, den Wahnsinn einer solch aufgeblähten WM zu überdenken. Man tut niemandem einen Gefallen damit.“ Das sensationelle 0:0 von Kap Verde gegen Spanien am Montag widerspricht seiner These, davon wusste Vogts beim Verfassen allerdings noch nichts.

Kritischer Beobachter: Berti Vogts
Kritischer Beobachter: Berti VogtsKritischer Beobachter: Berti Vogts© IMAGO/Panama Pictures

Vogts: „Luftschlösser sind gefährlich bei einer WM“

Die deutsche Mannschaft, führte er aus, solle sich nun bloß nicht zu stark fühlen. „Pflicht erfüllt mit viel Spielfreude, abhaken. Wir müssen auf dem Teppich bleiben“, warnte er: „Luftschlösser sind gefährlich bei einer WM.“

Vogts hat ganz bittere Erfahrungen mit Überheblichkeit im Team. Bei der WM 1994 war seine Mannschaft gedanklich bereits beim Wunsch-Halbfinale gegen Italien, verlor dann aber sensationell das Viertelfinale gegen Bulgarien (1:2).