Nach einer spektakulären Zeremonie mit Glanz und Glamour hat Co-Gastgeber Mexiko die größte WM der Geschichte auch sportlich gebührend eröffnet. Von den frenetischen Fans in Mexiko-Stadt angepeitscht, bezwang „El Tri“ am Ende nur noch neun Südafrikaner zum Auftakt der Gruppe A verdient mit 2:0 (1:0).

Quinones, der bei Al-Qadisiya in Saudi-Arabien sein Geld verdient, nutzte in der 9. Minute einen bösen Schnitzer von Südafrikas Mittelfeldspieler Yaya Sithole zum ersten Treffer der 23. Weltmeisterschaft, Raúl Jiménez (67.) legte in der zweiten Halbzeit mit einem Kopfball nach.

 Raul Jimenez (Nr. 9) sorgte für die Entscheidung ​
Raul Jimenez (Nr. 9) sorgte für die Entscheidung ​Raul Jimenez (Nr. 9) sorgte für die Entscheidung© IMAGO/TheNews2

„Ich bin sehr glücklich, ich bin sehr emotional, denn ich habe das erste Tor geschossen. Das Stadion ist spektakulär, es war voll, die Fans standen hinter uns seit der ersten Minute. Das war für mich sehr wichtig, dass wir auch zusammengearbeitet haben“, freute sich Quinones nach der Partie.

Sithole wurde zum Pechvogel des Spiels, er sah nach einer Notbremse die Rote Karte (50.) – wie sein Mitspieler Themba Zwane sechs Minuten vor dem Abpfiff wegen einer Tätlichkeit und der Mexikaner César Montes (90.+2) wegen einer Notbremse.

WM: Mexiko siegt in Neuauflage von 2010

Dank des ersehnten Sieges in der Neuauflage des WM-Eröffnungsspiels von 2010 (1:1) in Johannesburg darf Mexiko, neben den USA und Kanada einer der drei Ausrichter der ersten WM mit 48 Nationen, schon auf die K.o.-Runde hoffen.

Die volle Ladung WM: Montag bis Freitag ab 18 Uhr täglich WM Aktuell LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de und in der SPORT1 App

Bereits vor dem Anpfiff brachte Pop-Superstar Shakira die Fans in der ikonischen Arena, in der schon die Weltmeisterschaften 1970 und 1986 eröffnet worden waren, zum Tanzen. Als Höhepunkt einer knallbunten Eröffnungsfeier mit vielen Latino-Rhythmen, Feuerwerk in Landesfarben und einem WM-Pokal im XXL-Format performte sie mit dem nigerianischen Künstler Burna Boy den WM-Song „Dai Dai“.

„Eine unglaubliche Atmosphäre, da geht die Post ab“, schwärmte DFB-Sportdirektor Rudi Völler, der eigens angereist war, am ZDF-Mikrofon. Als dann auch noch der italienische Star-Tenor Andrea Bocelli gesungen hatte, reckte FIFA-Präsident Gianni Infantino der Masse im Beisein des mexikanischen Hollywood-Stars Salma Hayek die echte WM-Trophäe entgegen. Es konnte endlich losgehen.

Proteste begleiten WM-Auftakt

Während in der Arena die große Fußball-Sause stieg, kam es außerhalb aber auch zu tumultartigen Szenen. Nachdem das Stadtbild seit Tagen von groß angelegten Protesten, unter anderem von der Lehrergewerkschaft, bestimmt worden war, drängten am Donnerstag Tausende Anhänger in die Fanzone auf dem berühmten Marktplatz Zócalo.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, hatten Metallbarrieren, die in den vergangenen Tagen wegen der Proteste aufgestellt worden waren, den Zugang erschwert. In Stadionnähe kam es zudem zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Im Aztekenstadion wirkten die Mexikaner von der ohrenbetäubenden Kulisse vom Start weg wie beflügelt. Stürmer Jiménez (5.) prüfte Südafrikas Torwart Ronwen Williams früh. Vier Minuten später war dieser dann machtlos, als Sithole den Ball am eigenen Strafraum an Érik Lira verlor. Quinones vollstreckte eiskalt durch Williams‘ Beine.

Von den Südafrikanern kam offensiv kaum etwas, weshalb die Partie deutlich abflachte. Erst kurz vor der Halbzeit zog Mexiko wieder etwas an, Jiménez (42.) scheiterte an Williams, Quinones nur Augenblicke später am Pfosten.

Nach der Pause agierte Südafrika vor allem defensiv keineswegs sattelfest. Schlussmann Williams (46.) spielte Mexikos Álvaro Fidalgo den Ball am Sechzehner direkt in die Füße, doch der Favorit nahm das Geschenk nicht an. Als Sithole kurz darauf den enteilten Brian Gutierrez als letzter Mann von den Beinen holte, geriet Südafrika nur noch mehr unter Druck. In Überzahl machte Mexiko alles klar, Jiménez riss mit seinem Kopfballtor sogar Box-Superstar Saúl „Canelo“ Álvarez vom Sitz.