Lothar Matthäus hat die Leistung von DFB-Shootingstar Lennart Karl im Testspiel gegen Finnland (4:0) positiv hervorgehoben, allerdings auch vor überschwänglichen Lobeshymnen gewarnt.

„Ich kenne uns alle und wir sind dann in Superlativen. Aufgrund des Gegners sage ich: keine Weltklasse. Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht, aber trotzdem auch Phasen gehabt, wo er nicht so gewirbelt hat, dass man sagen kann: ‚Er hat über 90 Minuten überragend gespielt'“, erklärte der Rekordnationalspieler in der Bild-Sendung „Lothar legt los“.

Lennart Karl (l.) jubelt mit Deniz Undav
Lennart Karl (l.) jubelt mit Deniz UndavLennart Karl (l.) jubelt mit Deniz Undav© IMAGO/Uwe Kraft

Karl stand beim vorletzten WM-Test gegen die Finnen erstmals in der Startformation der Nationalmannschaft. Als rechter Flügelspieler wurde der Bayern-Profi in der 73. Minute ausgewechselt.

Matthäus: „Karl hat Eigenwerbung betrieben“

„Wir haben drei Kandidaten: Karl, Sané und Leweling“, meinte Matthäus mit Blick auf die Rechtsaußenposition. Für ihn steht fest: „Lennart Karl hat Eigenwerbung betrieben und sich auch für das erste Spiel bei der WM gegen Curacao empfohlen. Julian Nagelsmann entscheidet, aber es war ein gutes Bewerbungsschreiben für die Anfangsformation im ersten Spiel.“

Außerdem freute sich Matthäus über den Treffer von Jamal Musiala, der nach seiner schweren Verletzung bei der Klub-WM 2025 große Teile der Saison verpasst hatte und nun gegen Finnland das 4:0 erzielte.

„Viele wissen nicht, wie schwer es ist, nach so einer komplizierten Verletzung zurückzukommen. Nicht nur körperlich, auch vom Kopf her. Dieses persönliche Erfolgserlebnis nach vielen Monaten war wie ein Befreiungsschlag“, betonte der TV-Experte.

Für die weiteren Tore am Sonntagabend hatten Florian Wirtz und Deniz Undav mit einem Doppelpack gesorgt. „Das war schon eine Weltklasse-Leistung“, fiel Matthäus‘ Fazit über VfB-Stürmer Undav aus.