Der frühere Fußball-Europameister Thomas Helmer sieht die Spielweise von DFB-Kapitän Joshua Kimmich kritisch.
„Bei ihm ist es so, dass er sehr häufig ins Zentrum zieht und dort das Spiel gestalten möchte, was er grundsätzlich auch gut kann. Allerdings kann das gegen stärkere Gegner problematisch werden, wenn dadurch die rechte Seite nicht konsequent besetzt bleibt“, sagte Helmer dem Nachrichtenportal WEB.DE News.
WM: Ist Kimmich ein Risiko?
Der frühere Bayern- und Dortmund-Profi sieht darin ein mögliches Risiko für die kommenden WM-Partien: „Er neigt dazu, sehr stark in die Spielgestaltung zu gehen, fast als zusätzlicher Spielmacher.“ Das funktioniere in Spielen wie zum Auftakt gegen Curacao (7:1), „aber gegen stärkere Gegner muss er diese Balance besser halten und seine Position klarer ausfüllen“.
Noch deutlicher hatte sich zuvor Helmers Weggefährte und Podcast-Partner Mario Basler bei SPORT1 geäußert. „Er hat die rechte Seite völlig vernachlässigt. Das soll er mal machen, wenn Mbappé da steht. Das soll er mal machen gegen die Elfenbeinküste, dann werden wir schon am Wochenende ein blaues Wunder erleben“, sagte Basler am Mittwoch bei WM Aktuell.
Kimmich? „Soll er mal machen, wenn Mbappé da spielt“
Grundsätzlich sieht Helmer die deutsche Auswahl positiv, er mahnte aber zu einer realistischen Einordnung. „Wenn man sich anschaut, wie sich viele andere Teams am ersten Spieltag schwergetan haben, war das von der deutschen Mannschaft schon sehr souverän gelöst“, sagte er. Besonders hob er Nathaniel Brown und Felix Nmecha hervor: „Das sind Spieler, die viele vorher nicht so auf dem Zettel hatten und die ein sehr gutes Spiel gemacht haben.“
Als frühen Titelfavoriten sieht Helmer den Weltmeister von 1966. „England hat mich sehr beeindruckt, vor allem in der zweiten Halbzeit gegen Kroatien“, sagte der 61-Jährige. „Sie wirken sehr stabil und sehr komplett.“ Auch Frankreich überzeugte ihn: „Diese Tiefenläufe, die Geschwindigkeit im Umschalten und die Passqualität in die Spitze sind extrem schwer zu verteidigen.“