Michael Ballack glaubt an eine Titelchance der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM. „Ja, natürlich. Aber wir haben einige Herausforderungen“, antwortete der frühere DFB-Kapitän in der Sport Bild auf die Frage, ob er dem Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann den Sieg zutraue.
„Kai Havertz ist Gott sei Dank nach seiner langen Verletzung wieder in Form und löst das Problem auf der Mittelstürmerposition, da Nick Woltemade bei seinem Verein Newcastle United zuletzt auch nicht mehr gesetzt war“, führte Ballack aus. Jamal Musiala sei „ein Weltklassespieler, aber noch lange nicht in Topform aufgrund seiner Verletzung“, zudem habe man auf den Außenverteidigerpositionen „Luft nach oben“, sagte Ballack und betonte die Bedeutung von Joshua Kimmich hinten rechts.
Außerdem habe man „keine eingespielte Mannschaft, keine sechs, sieben, acht Spieler, die unantastbar sind. Darum zählt Deutschland im Moment nicht zu den Top-Favoriten“, erklärte Ballack: „Das heißt am Ende aber nicht, dass man chancenlos ist.“ Entscheidend sei, was Nagelsmann aus dem Kader herausholen werde, betonte der 49-Jährige und zog einen Vergleich zur WM 2002, als Deutschland erst im Finale an Brasilien scheiterte (0:2).
WM: Das ist Ballacks großer Favorit
Damals habe man „auch nicht die beste Mannschaft“ gehabt, „die Stimmung war nach dem EM-Vorrundenaus zwei Jahre zuvor am Tiefpunkt, in Deutschland hat keiner einen Cent auf uns gesetzt“, erzählte Ballack. Doch der damalige Bundestrainer Rudi Völler habe „das Optimum“ aus dem Kader herausgeholt.
Beim Turnier in den USA, Mexiko und Kanada (ab dem 11. Juni) ist für Ballack jedoch eine andere Nation der ganz große Favorit: „Ich sehe Frankreich als heißesten Anwärter. Der Kader hat eine unglaublich hohe Qualität.“