Mats Hummels hat nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft schonungslose Aufarbeitung gefordert. „Auf Verantwortlichen-Seite schreit das nach Konsequenzen“, betonte der 78-malige deutsche Nationalspieler nach dem 4:5 nach Elfmeterschießen gegen Paraguay bei MagentaTV.

„Wir hatten jetzt die Heim-EM, die Heim-Nations-League und jetzt dieses Turnier mit einem großen Teilnehmerfeld. Die Heim-EM wird mir immer noch zu gutgeredet. Die beiden anderen Turniere waren einfach enttäuschend, deswegen muss das ein Thema sein – sowohl vom Bundestrainer selbst als auch vom Verband“, machte Hummels deutlich.

Mats Hummels fordert Konsequenzen beim DFB
Mats Hummels fordert Konsequenzen beim DFBMats Hummels fordert Konsequenzen beim DFB© IMAGO/Nicolo Campo

„Zumindest Gespräche muss es geben, dafür ist der Fußball zu sehr Leistungssport“, erwartete der Weltmeister von 2014, der auch mit Konsequenzen der Akteure auf dem Platz rechnete. „Auf Spielerseite kann ich mir schon vorstellen, dass einige zurücktreten werden.“

Schon wieder WM-Aus! „Das ist für mich kein Zufall!“

Rücktritte auf Spielerseite seien für ihn die logische Folge auf das erneut schlechte Abschneiden bei einem großen Turnier: „Dann muss es auch Entscheidungen geben bei Spielern, die jetzt schon vier, fünf, sechs Turniere Zeit hatten sich zu zeigen, dass man da vielleicht auch ran muss.“ Namentlich nannte Hummels keinen Akteur.

Unter dem Strich seien die Nationalspieler für ihn maßgeblich daran beteiligt, dass es in den letzten zehn Jahren nichts zu bejubeln gab: „Das ist für mich kein Zufall! Es ist kein Zufall, dass seit der EM 2016 kein einziges starkes Turnier mehr von Deutschland dabei war. Wir reden da von einem Jahrzehnt und das fängt in erster Linie mit den Spielern an.“

Hummels: „Der aktuelle oder eben neue Bundestrainer …“

„Da erwarte ich auch von einigen, dass sie selbst sagen: Ich mache nicht mehr weiter. Aber ich erwarte auch, dass der aktuelle oder eben neue Bundestrainer ein paar harte Entscheidungen trifft“, schloss Hummels ab.

Nagelsmann hatte nach dem Aus betont, dass er keiner sei, der wegläuft und dass er weitermachen möchte, sofern der DFB das auch möchte.

Sportdirektor Rudi Völler vermied derweil ein hundertprozentiges Bekenntnis und sprach von Wahrscheinlichkeit. „Ich bin der Meinung, dass Julian wahrscheinlich der Richtige ist. Aber ich bin nicht alleine der DFB“, lautete das Fazit Völlers.