Die Fehler in der deutschen Defensive vor dem ersten Gegentreffer gegen Paraguay beim blamablen Aus im Elfmeterschießen haben bei Jürgen Klopp für Verzweiflung gesorgt. „Da tränen einem die Augen“, sagte der TV-Experte bei MagentaTV in der Halbzeitanalyse des Sechzehntelfinals zwischen Deutschland und Paraguay beim Stand von 0:1.
Aleksandar Pavlovic und Nathaniel Brown hatten nach einem vermeintlich geklärten Eckstoß der Gegner im Zwei-gegen-zwei schlecht ausgesehen. „Das ist einfach schlecht verteidigt“, kritisierte Klopp das Abwehrverhalten des DFB-Duos.
In der Folge kam Paraguays Matías Galarza freistehend zur Flanke, die ein ebenso ungedeckter Julio Enciso aus knapp acht Metern einköpfte (42. Minute). „Enciso ist knochenfrei, Nmecha ist in der Nähe“, sagte der ehemalige Liverpool-Trainer über die Szene. Deutschlands Torhüter Manuel Neuer konnte nur chancenlos zusehen.
„Da nimmt keiner den Laufweg auf. Das ist verrückt“, bemängelte Klopp. „Das ist wirklich schlecht verteidigt. Er ist komplett frei. Den kann man nicht vorbeiköpfen. Das muss man sich mal vorstellen.“
WM: Havertz gleicht für Deutschland aus
Die Analyse von Ex-Weltmeister Christoph Kramer fiel genauso aus. „Alle müssen raus, damit Almiron nicht die entscheidenden Meter hat, um anzudribbeln. Es ist leider schlecht verteidigt im Zwei-gegen-zwei“, sagte Kramer im ZDF.
„Und in der Mitte darf er niemals so frei zum Kopfball kommen. Es ist keine einfache Situation, aber auch keine schwere, die nicht verteidigt werden kann“, ordnete der 35-Jährige ein. „Es ist wichtig, dass wir viel weiter aufrücken.“
Nach Wiederanpfiff sorgte Kai Havertz per Kopfball für den Ausgleich zum 1:1. Nach einer torlosen Verlängerung verlor Deutschland mit 4:5 nach Elfmeterschießen.