Public Viewing gehört längst zur Fußball-WM wie Tore und Emotionen. Doch bei der Endrunde in Nordamerika steht das gemeinsame Jubeln vor neuen Herausforderungen. Der Grund: die Zeitverschiebung.

Zahlreiche Spiele werden aus deutscher Sicht erst spät am Abend oder sogar mitten in der Nacht angepfiffen. Häufige Anstoßzeiten liegen bei 21 oder 22 Uhr, Mitternacht oder sogar 3 Uhr morgens. Damit verschiebt sich auch das Fanerlebnis – weg von klassischen Sommerabenden hin zu echten Fußballnächten.

Für die Veranstalter bedeutet das: Public Viewing wird komplexer denn je. Ohne Sonderregelungen wären viele Events rechtlich gar nicht möglich.

Public Viewing bei der WM 2026: Sonderregeln für lange Fußballnächte

Um dennoch gemeinsame Großbild-Erlebnisse zu ermöglichen, hat die Bundesregierung eine spezielle Verordnung auf den Weg gebracht. Sie erlaubt befristete Ausnahmen vom Lärmschutz während des Turniers.

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Hintergrund ist die Nachtruhe, die in Deutschland normalerweise ab 22 Uhr gilt. Durch die neue Regelung können Städte Public Viewing auch nach diesem Zeitpunkt genehmigen – etwa für Spiele in der Nacht. Allerdings gilt: Einen automatischen Anspruch gibt es nicht. Jede Veranstaltung muss einzeln geprüft werden, die Entscheidung liegt bei den lokalen Behörden.

Zurückhaltende Städte, lokale Lösungen für die WM

Die Folgen zeigen sich bereits: Große Fanmeilen wie bei vergangenen Turnieren sind vielerorts nicht geplant. Mehrere Großstädte verzichten auf zentrale Großveranstaltungen – auch wegen der unattraktiven Uhrzeiten.

Stattdessen rücken kleinere Formate in den Fokus. Bars, Biergärten oder Kneipen könnten zur wichtigsten Bühne für das gemeinsame Fußballerlebnis werden.

Zugleich bleiben Genehmigungen kompliziert. Wer öffentliche Übertragungen organisiert, benötigt in vielen Fällen Lizenzen und muss Lärm- sowie Sicherheitsauflagen erfüllen.

Public Viewing zur Fußball-WM im Überblick

Trotz aller Hürden dürfte das Interesse groß bleiben. Schon seit der WM 2006 ist Public Viewing fester Bestandteil der Fußballkultur in Deutschland – auch mit Blick auf wirtschaftliche Effekte für Gastronomie und Innenstädte. Ohne die klassischen Fanmeilen wird sich das Erlebnis aber diesmal auf kleinere Locations verteilen – das gilt für nahezu alle Regionen Deutschlands. SPORT1 gibt einen Überblick für die Großstädte während der WM.

Public Viewing in Berlin

Die Hauptstadt dürfte auch 2026 das größte Angebot an Public Viewings bieten. Hunderte Bars haben bereits verschiedene Aktionen und Events angekündigt. Im Forum des Centers am Potsdamer Platz werden zum Beispiel auf Deutschlands größter 3D-LED-Wall zehn ausgewählte Spiele übertragen.

Public Viewing in München

In München wird sich das gemeinsame Fußball-Erlebnis hauptsächlich in Biergärten, Bars und Kneipen abspielen. Immerhin genehmigte die Stadt München, dass in Außenbereichen bis 1 Uhr und dann wieder ab 6 Uhr WM-Spiele übertragen werden dürfen.

Public Viewing in Hamburg

Ein großes Fanfest auf dem Heiligengeistfeld am Millerntor-Stadion wird es heuer erstmals seit 2006 nicht geben. Grund dafür sind unter anderem der Lärmschutz, hohe Kosten und die ungünstigen Anstoßzeiten. Auch in Hamburg muss also auf Bars und Kneipen ausgewichen werden, zum Beispiel im Gasthaus Q21.

Public Viewing in Köln

In Köln wird es keine Fanmeile oder ein zentrales Public-Viewing-Event geben. Spiele, die zwischen 6 und 22 Uhr angepfiffen werden, dürfen aber in Außenlocations gezeigt werden. Allerdings sind dabei Tröten, Trommeln oder Vuvuzelas aus Lärmschutzgründen nicht gestattet. Im Brauhaus FRÜH am Dom werden beispielsweise viele WM-Spiele gezeigt, zusätzlich werden die deutschen Spiele auch im Open Air Kino Köln am Harry-Blum-Platz übertragen. Darüber hinaus gibt es noch viele Bars und Kneipen mit LIVE-Fußball – unter anderem auch am Rheinufer.

Public Viewing in Frankfurt am Main

Das größte Public Viewing in Frankfurt gibt es am Deutsche Bank Park im Kletterwald. Dort gibt es neben einer großen Leinwand auch Rahmenprogramm. Der Eintritt kostet allerdings 10 Euro pro Person. Zusätzlich werden WM-Spiele natürlich auch in anderen Locations übertragen, vor allem im Kneipenviertel Sachsenhausen.