Bundestrainer Julian Nagelsmann kann Nico Schlotterbeck nicht mehr einsetzen. Der Innenverteidiger hat sich laut DFB eine Innenbandverletzung zugezogen und wird mehrere Monate ausfallen.

Das bringt einen Mann wieder ins Spiel, dessen Position eigentlich als zementiert galt: Antonio Rüdiger. Noch vergangene Woche hatte er Jonathan Tah offiziell zum neuen Abwehrchef ernannt und auch die Fähigkeiten von Schlotterbeck gelobt. Damit war klar: Der Star von Real Madrid hat akzeptiert, dass er nur noch die Nummer 3 in der deutschen Abwehr ist.

Antonio Rüdiger und Jonathan Tah könnten das neue DFB-Abwehrduo sein
Antonio Rüdiger und Jonathan Tah könnten das neue DFB-Abwehrduo seinAntonio Rüdiger und Jonathan Tah könnten das neue DFB-Abwehrduo sein© IMAGO/Sports Press Photo

Doch jetzt wendet sich das Blatt: Rüdiger ist plötzlich wieder wichtig! In der Halbzeitpause der Partie gegen die Elfenbeinküste wurde er eingewechselt und fügte sich ohne Probleme ein. „Für mich hat sich nichts geändert. Meine Rolle ist es, von der Bank zu kommen und immer bereit zu sein – für jedes Szenario. Und das war ich“, sagte der 33-Jährige nach dem Spiel.

In der Tat: Spätestens seit Oktober vergangenen Jahres ging es in der deutschen Abwehr immer nur in eine Richtung – in die des Duos aus Schlotterbeck und Tah. Um Rüdiger herum lag dagegen immer Ärger in der Luft. Sein Ausraster im Clasico, sein teils überhartes Einsteigen, das allgemeine Chaos bei Real Madrid und auch sein Verletzungspech spielten dabei eine Rolle. Deswegen gibt es Zweifel.

WM 2026: Effenberg verteidigt Rüdiger

Kein Wunder also, dass in der Öffentlichkeit durchaus Bedenken vorhanden sind, ob Rüdiger überhaupt noch die Qualität vergangener Zeiten hat. Von einem „Downgrade“ im Vergleich zu Schlotterbeck ist sogar die Rede. Es ist eine Lesart, die Stefan Effenberg so nicht stehenlassen möchte.

„Das klingt so, als hätten wir auf der einen Seite Weltklasse und mit dem anderen (Rüdiger, Anm. d. Red.) sieht’s trüb aus“, sagte der SPORT1-Experte im FIROCKX.ONE WM Doppelpass und erklärte weiter: „Wir reden von einem Spieler, der schon etwas Großes gewonnen hat und bei Real Stammspieler ist.“ Allerdings müsse man für die Spieleröffnung gewisse Dinge anpassen – ein Faktor, bei dem Linksfuß Schlotterbeck sehr wichtig für das DFB-Team ist, wie Nagelsmann mehrfach betont hat.

SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger schlägt nichtsdestotrotz in die gleiche Kerbe wie Effenberg. „Mir tut es für Schlotterbeck persönlich leid, aber mit Rüdiger hast du einen, der ihn perfekt ersetzen kann. Es wird keinen großen Qualitätsverlust geben, sondern höchstens einen Verlust in Sachen Eingespieltheit“, sagt der Insider in der aktuellen Folge des Podcasts „Die WM-Kabine“.

Die ganze Diskussion um Antonio Rüdiger und die anderen Brennpunkt-Themen rund um die deutsche Nationalmannschaft hören Sie in der neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die WM-Kabine“ mit DFB-Reporter Manfred Sedlbauer und Chefreporter Stefan Kumberger.