Nach der 0:2-Niederlage gegen Argentinien herrscht bei der österreichischen Nationalmannschaft Aufregung über die Schiedsrichterleistung. Trainer Ralf Rangnick und Verteidiger Konrad Laimer äußerten deutlich ihren Unmut.

„Da wäre mehr drin gewesen. Der Auftritt war so, wie wir uns das vorgenommen hatten. Mutig, couragiert, immer wieder Phasen mit eigenem Ballbesitz“, begann Rangnick bei MagentaTV zunächst seine Spielanalyse: „Das zweite Tor war extrem ärgerlich, auch die Art und Weise, wie wir mit dazu beigetragen haben, wie es zu dem Konter kam.“

Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick äußert seinen Unmut
Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick äußert seinen UnmutÖsterreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick äußert seinen Unmut© IMAGO/STEINSIEK.CH

Dann kam Österreichs Nationaltrainer auf den ersten Gegentreffer zu sprechen. „Ärgerlich auch, dass der VAR nicht den Mut hatte wie beim Elfmeter, seinem Schiedsrichter zu sagen: ‚Geh mal raus und schaue dir die Entstehung beim 1:0 an'“, sagte Rangnick.

Wird Schlager gefoult?

Vor dem ersten Tor von Messi blieb Österreichs Xaver Schlager nach einem Zweikampf auf Höhe der Mittellinie mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden liegen, doch Schiedsrichter Amin Mohamed Omar ließ die Partie weiterlaufen.

Wenige Augenblicke später erzielte der Superstar, der damit Miroslav Klose als WM-Rekordtorschütze ablöste, das 1:0. Der Zweikampf zuvor wurde danach nicht vom VAR überprüft, was Rangnick ärgerte, denn sein Urteil lautete: „Klares Foul an Xaver Schlager.“

Für Ex-Schiedsrichter Patrick Ittrich war bei MagentaTV die Szene dagegen auch mithilfe mehrerer Zeitlupen nicht eindeutig zu lösen, sodass er es nachvollziehen konnte, dass der VAR nicht eingriff.

Bayern-Star Laimer: „Haben gefühlt 700 Fouls gemacht“

Laimer monierte die grundsätzliche Gangart der Argentinier und vor allem die seiner Meinung nach ausbleibenden Konsequenzen durch den Schiedsrichter: „Ich weiß nicht, wie viele Fouls sie gemacht haben, gefühlt haben sie 700 Fouls gemacht, haben eine Gelbe nach 70 Minuten gekriegt. Aus welchem Grund auch immer gibt man keine Gelben Karten mehr.“

Der Bayern-Star wollte sich zwar nicht allzu sehr darüber aufregen, meinte jedoch, dass es bei solchen Entscheidungen schwierig sei, da Argentinien eine sehr starke Mannschaft habe. „Dann gibst du der Nummer 10 (Messi) von denen den Ball, dann weiß er schon, was er damit anfangen muss. Das kann er schon sehr gut“, analysierte Laimer.

WM-Experte Thomas Müller teilte Laimers Eindruck nur bedingt: „Wenn du das ganze Spiel das Gefühl hast, dass der Schiri tendenziell gegen dich pfeift, entwickelst du das auch und kriegst es so schnell nicht mehr raus und kannst das nicht mehr so objektiv bewerten.“