Die Verletzung von Lennart Karl beim Abschlusstraining vor dem letzten WM-Testspiel gegen das Team der USA war ein Schock für das DFB-Team.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat am Tag darauf ausführlich berichtet, wie es zur Verletzung des Senkrechtstarters von Bayern München kam.
„Gestern im Abschlusstraining im Spiel bei einem relativ simplen Abschluss ist es leider passiert. Ich habe sofort gemerkt, dass es, glaube ich, immer schlimmer ist“, sagte er bei RTL.
Nagelsmann: „Für Lenny tut’s mir extrem leid“
Entgegen vorherigen Berichten beteuerte Nagelsmann, dass sich die Verletzung in der Mitte des Trainings ereignet habe – und nicht am Ende.
„Es war eigentlich in der Mitte bei einem Abschlussspiel bei einer Turnierform im sieben gegen sieben. Das ist der standardisierte Ablauf, den wir immer haben, und da ist es bei einem relativ einfachen Torschuss passiert. Aber es lag jetzt auch nicht an dem Schuss oder der Form, sondern es ist dann am Ende leider das letzte Fünkchen, was eine Verletzung auslöst. Das ist dann auch über mehrere Wochen, er hat ja bei Bayern zuletzt auch eine Verletzung gehabt, die ihn lange rausgeworfen hat“, sagte Nagelsmann.
Die Verletzung habe bei Karl für große Bestürzung gesorgt, erklärte der Bundestrainer: „Dann sind leider die Tränen geflossen. Dann versuchst du, so gut es geht, zu trösten. Dann kam irgendwann die Bestätigung, dass es etwas Schwierigeres ist und er für das Turnier ausfällt.“
Der Bundestrainer weiter: „Es ist natürlich tragisch, weil er so ein junger Mensch ist, die Chance kriegt – das dann sausen lassen zu müssen aufgrund der Verletzung tut weh, hat uns wehgetan, weil er ein wichtiger Spieler gewesen wäre.“
Karl? „Er kann so stolz auf sich sein“
Für Karl tue es ihm „extrem leid, weil er eine sehr gute erste Profisaison gespielt hat, sich’s auch verdient hat bei uns. Auch weil er beim ersten Lehrgang in der Schweiz es sehr, sehr gut gemacht hat.“
Nagelsmann bestätigte, dass es sich bei der Blessur des 18-Jährigen um einen Muskelbündelriss handelt, und sprach von einer Ausfallzeit von vier bis sechs Wochen: „Er kann trotzdem so stolz auf sich sein, dass er auch mit 18 Jahren die Chance hatte, bei der WM zu spielen.“
Auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler äußerte sich zur Verletzung von Karl: „Es hat uns schockiert. Es waren traurige Momente. Aber trotzdem: Wir raufen uns jetzt zusammen.“
Für Karl nominierte Nagelsmann den Leipziger Assan Ouédraogo nach.