Julian Nagelsmann verzichtet im abschließenden WM-Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf eine große Rotation. „Wir werden die Wechsel vornehmen, die wir vornehmen müssen“, sagte der Bundestrainer vor der Partie am Donnerstag (ab 22.00 Uhr im LIVETICKER) gegen Ecuador im Finalstadion in East Rutherford.
Antonio Rüdiger wird den schwer verletzten Nico Schlotterbeck (Innenbandriss im Sprunggelenk) in der Innenverteidigung ersetzen, David Raum verteidigt hinten links für den leicht angeschlagenen Nathaniel Brown (Adduktorenbeschwerden).
„Die Entscheidungen treffen wir nicht aus Jux und Dollerei“, sagte Nagelsmann. Das bedeutet auch, dass Super-Joker Deniz Undav trotz fünf Scorerpunkten (drei Tore und zwei Vorlagen) zunächst wieder auf der Bank sitzen wird. Undav sei „in herausragender Form“, betonte Nagelsmann, „aber wir wollen uns auf die K.o.-Phase vorbereiten“.
WM: So erklärt Nagelsmann den Undav-Verzicht
Schon vor der Pressekonferenz hatte Nagelsmann ausführlich im ZDF gesprochen und auch dort den Verzicht auf Undav erklärt: „Er kann uns auch etwas geben, wenn er von Beginn an spielt. Trotzdem glaube ich, dass uns seine extreme Stärke, gerade wenn das Spiel zum Ende etwas aufgeht, hilft, weil er eben ein Finisher ist, den wir sonst nicht so haben.“
„Er hat eine unfassbare Gabe die Dinger einfach zu machen. Wir haben sonst viele Spieler, die den Gegner über 70 Minuten mit Druck beschäftigen können und danach so einen Abschlussspieler bringen zu können, hilft extrem“, erklärte der Bundestrainer.
Aktuell wolle man deshalb mit dem aktuell funktionierenden Konzept weiterarbeiten: „Es kann aber im weiteren Turnierverlauf auch sein, dass er mal beginnt.“
Das ist der DFB-Kader bei der WM 2026
Dass die Entscheidung nicht überall auf Gegenliebe stößt, versteht Nagelsmann: „Die Diskussion gibt es berechtigt. Es ist auch normal, dass wenn ein Spieler trifft, dass man darüber diskutiert, aber man kann auch sehr gut darüber diskutieren, warum man den Flow, den er als Einwechselspieler hat, brechen sollte. Wir sind im sehr engen Austausch mit ihm und erkläre ihm auch, wie wichtig er mit seiner Energie, die er von der Bank ins Spiel bringt, sein kann.“
Kein Einsatz für Baumann
Ansonsten lautet das Motto des Gruppensiegers nach Diskussionen im Trainerteam und Gesprächen mit den Spielern: Einspielen für die K.o.-Phase.
Länger verletzte Spieler wie Jamal Musiala, Kai Havertz, Felix Nmecha und auch Rückkehrer Manuel Neuer bräuchten „Rhythmus“.
Damit erfüllt sich auch die Hoffnung von Oliver Baumann auf einen Einsatz nicht. Der Hoffenheimer galt lange als Nummer 1 in der DFB-Auswahl und musste erst kurz vor dem Turnier für Neuer weichen. Die Entscheidung sei „bei Olli auf Verständnis gestoßen“, sagte Nagelsmann.
—mit Sport-Informations-Dienst (SID)