Wie bitter sich ein Ausfall kurz vor dem Start eines großen Turniers anfühlt, weiß Matthäus nur zu gut. Der Weltmeister riss sich vor der Europameisterschaft 1992 das Kreuzband und verpasste dadurch die EM. Auch deshalb fühlt der 65-Jährige mit Lennart Karl, der mit einem Muskelbündelriss vorzeitig von der Nationalmannschaft abreisen musste.

„Das wünsche ich keinem Spieler. Du arbeitest darauf hin, das ist dein Traum seit deiner Kindheit, irgendwann bei einer WM dabei zu sein. Und dann, wenn du wie Lennart so in den Himmel geschossen bist nach acht, neun Monaten Profidasein, mit einem Riesen-Spiel gegen Finnland, bei dem er uns verzaubert hat […], ist das ein Schock für mich gewesen“, sagte Matthäus bei einer Veranstaltung von Volkswagen in Chicago, an der auch SPORT1 teilnahm.

Lothar Matthäus fühlt mit Karl
Lothar Matthäus fühlt mit KarlLothar Matthäus fühlt mit Karl© IMAGO/Ulmer/Teamfoto

„Es ist aber auch das Risiko, das du als Spieler hast, mit Verletzungen klarzukommen“, so Matthäus weiter. „Es tut mir leid. Es geht aber weiter, es geht für ihn weiter.“

Matthäus macht Karl Mut

Trotz des herben Rückschlags macht er Karl Mut: „Er hat Gott sei Dank ein Alter, in dem es nicht die letzte Weltmeisterschaft für ihn war, sondern er hat noch drei, vier vor sich. Und dafür drücke ich ihm die Daumen.“

Die größte Herausforderung für Karl sieht Matthäus nun darin, dass er „den Schock auch erstmal vom Kopf her verarbeiten“ müsse. Zweifel daran, dass ihm das gelingt, hat der Weltmeister von 1990 allerdings nicht. Vielmehr ist er überzeugt, dass Karl daraus sogar „noch stärker“ zurückkommen kann.

Besonders bitter ist der Ausfall für Matthäus auch deshalb, weil er davon ausgegangen war, dass Karl gegen die USA von Beginn an gespielt hätte. „Sportlich ist das ganz sicher auch ein Verlust für Julian Nagelsmann und den deutschen Fußball.“

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